Nachdem ich bereits im letzten Jahr in der Unternehmenskommunikation bei den Stadtwerken im Praktikum war, dachte ich mir: „Das machst du wieder!“ Da ich diese Woche der einzige Praktikant bin, durfte ich diesmal auch alleine durch die Stadtwerkewelt wandern.
Am Mittwoch ging ich, mit Kamera, Zettel und Stift bewaffnet, zum „Bücherbus“. Ich glaube nicht, dass das vielen ein Begriff ist. So ging es mir auch. Kurz gesagt: Der Bücherbus ist ein normaler Linienbus der Bus-Linie 51 nach Möbisburg bzw. der Bus-Linie 60 von Möbisburg zum Urbicher Kreuz. Der Bus ist mit einem Bücherregal ausgestattet, das regelmäßig vom Stöberhaus befüllt wird. Seit vier Jahren ist er in Erfurt unterwegs. Jeder der möchte, kann sich dort ein Buch herausnehmen, es lesen und dann natürlich wieder reinstellen.

Damit alles klar geht, wurde ich beim Busfahrer für 9:45 Uhr angemeldet. Schließlich sollte ich einen Blogbeitrag schreiben:-) Eine Zeit, in der sicher niemand mit einem Bus in die Pampa fährt, dachte ich. Ich stieg am Hauptbahnhof ein und das, zu meiner Verwunderung, mit zwölf weiteren Leuten.
Je länger ich wartete, umso mehr lichtete sich das Feld der potentiellen Befragten. War zu erwarten. Als noch drei oder vier Fahrgäste übrig waren, zückte ich meinen Stift.
Herr Wagner war sehr aufgeschlossen und beantwortete mir gleich meine Fragen. Er fährt, wie viele andere, täglich mit dieser Linie und hat dabei natürlich das Bücherregal im Mittelteil des Busses wahrgenommen. Er hat schon öfter darin herumgestöbert, konnte aber leider nichts Interessantes für sich finden. Dafür hat er aber schon Bücher aus seinem Besitz zur Verfügung gestellt. „ Es ist eine sehr gute und gelungene Idee“, sagt er, wünscht sich aber, dass sich im Bücherregal mehr Geschichtliches zur Stadt Erfurt findet.
Herr Trapka hingegen ist schon öfter fündig geworden. Er ist auch jeden Tag in dem Bus unterwegs und hat die Bücher, nachdem er sie gelesen hat, wieder ins Regal gestellt. So gehört sich das auch, findet er und spendet selbst immer mal Bücher. Schade findet er, dass viele Leute sich nicht trauen, Bücher mitzunehmen.
Alle, die ich fragte, finden es schade, dass nicht alle Busse ein solches Regal haben. Denn wie soll man sonst das Buch zurückgeben oder den richtigen Bus abpassen? Das waren auch die Bedenken von Herrn Maisch. Er wünscht sich, dass man die Zeiten, zu denen ein Bus mit Bücherregal kommt, online abrufen kann. Gemeinsam mit seiner Frau nutzt er das Bücherregal sehr aktiv.
Man kann festhalten: Es ist für Interessenten eine super Sache, aber besser wäre es, wenn noch mehr Bücherbusse fahren.
Text: Benjamin Schuchardt