Die Finnen haben fast alle eine zu Hause, und auch bei uns steht die Sauna hoch im Kurs. Vor allem in der kalten Jahreszeit ist das Schwitzbad bei hohen Temperaturen sehr beliebt, nicht nur, weil es die eigenen Abwehrkräfte stählt, es gibt auch noch ganz andere Gründe.

Wer sein Immunsystem stärken möchte, sollte das ganze Jahr über regelmäßig in die Sauna gehen – am besten einmal pro Woche. Angenehmer Nebeneffekt: Während des Schwitzens werden Abfallstoffe ausgeschwemmt, und die Haut wird porentief gereinigt. Im Anschluss empfiehlt sich ein Peeling. Es regt die Bildung neuer Hautzellen an, die Haut erscheint frischer. Unter Saunafans wird gar gemunkelt, das regelmäßige
Schwitzen sei der perfekte Faltenkiller, da die Haut entschlackt und Feuchtigkeit besser gespeichert werden kann.

Und auch bei Schlafstörungen haben Saunafreunde gute Erfahrungen gemacht. Denn die Sauna unterstützt beim Entspannen. Der Stoffwechsel wird angeregt, Stresshormone werden abgebaut. Der extreme Wechsel zwischen kalten und hohen Temperaturen zwingt den Körper regelrecht zum Entspannen.  Nach einem Saunabad fühlt man sich wohlig entspannt und ist nicht selten sogar müde. Die perfekte Basis, um das Haupt danach zur Ruhe zu betten. Regelmäßige Saunagänge sollen nicht nur bei Einschlaf-, sondern auch bei Durchschlafstörungen helfen.

Sauna-Tipps

  • Nur wer gesund ist, sollte auch in die Sauna gehen. Erkältungen und andere Krankheitsanzeichen sind für den Körper beim Saunabaden eine zusätzliche Belastung.
  • Wer Sport und Sauna kombinieren möchte, sollte erst Sport treiben und dann saunieren – nicht umgekehrt! Die Sauna dient zur Entspannung/Erholung.
  • Nicht mit leerem Magen oder direkt nach dem Essen in die Sauna gehen.
  • Vorher immer duschen – Dadurch wird der Fettfilm auf der Haut entfernt. Die Haut kann leichter schwitzen.
  • Immer trocken in die Sauna gehen – die Haut abtrocknen, das erleichtert das Schwitzen
  • Maximal 15 bis 20 Minuten pro Saunadurchgang, bei Aufgüssen nicht länger als 10 bis 15 Minuten
  • in der Sauna hinsetzen oder hinlegen. Bevor der Saunagang beendet wird, erst aus dem Liegen aufsetzen, nach ca. 2 Minuten aufstehen, um den Kreislauf zu stabilisieren
  • langsam abkühlen lassen – am besten an der frischen Luft, z. B. beim Spaziergang durch den Saunagarten, im Anschluss duschen à erst lauwarm, dann langsam kälter stellen

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    Entspannung pur: Sauna Foto: Susann Nürnberger

erst danach ins Tauchbecken

  • mindestens 15 Minuten ausruhen, z. B. bei einem warmen Fußbad
  • zwischen den Saunagängen mindestens 20 bis 30 Minuten Ruhe halten
  • Empfohlen werden maximal drei Saunagänge (inklusive Aufguss)
  • Viel trinken – um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, mindestens 0,5 Liter, am besten Wasser oder Tees.
  • Für Sauna-Anfänger ist es ratsam, die Bänke der unteren oder mittleren Reihe zu nutzen. Dort ist es nicht so heiß wie oben. Ansonsten gilt: auf die Signale des Körpers achten und Saunagang bei beginnendem Unwohlsein sofort beenden, auch bei Kribbeln in den Fingerspitzen.
  • Zwei Minuten vor dem Verlassen der Sauna sollte man sich aufrecht hinsetzen, um den Kreislauf zu stabilisieren.
  • Ein Saunabad dauert zwischen 8 und 12 Minuten, jedoch nicht länger als 15 Minuten.
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Aufgüsse beleben Körper und Geist, die Duftöle sollten naturbelassen sein. Foto: Karina Heßland-Wissel
  • Aufgussfreunde sollten beachten: Am besten ist es, 5 bis 10 Minuten vorzuschwitzen, der Aufguss selbst sollte nicht länger als 6 bis 8 Minuten dauern. Im Anschluss kann eventuell noch  1 bis 2 Minuten nachgeschwitzt werden.
  • Wer sich abkühlen möchte, kann ruhig ca. 2 Minuten an die frische Luft gehen, z. B. im Saunagarten in der Schwimmhalle Johannesplatz.
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Zwischen den Saunagängen kann man gut im Freien spazierengehen und sich entspannen – wie hier im Saunagarten der Schwimmhalle Johannesplatz. Foto: Karina Heßland-Wissel
  • Nach dem Verlassen der Sauna immer duschen – ebenso vor der Nutzung des Tauchbeckens.
  • Eine gesundheitsfördernde Wirkung wird nur erzielt, wenn die Abkühlung durch Kaltwasser und Frischluft stark genug ist.
  • Ein warmes Fußbad (knöchelhoch) ist auch nach dem Abkühlen empfehlenswert. So wird die noch im Körper verbliebene Wärme abgeführt und der Körper kühlt ab. Dies ist auch eine gute Vorbeugemaßnahme gegen Erkältungen. Zudem wird durch das warme Fußbad ein Nachschwitzen des Körpers verhindert.
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Honiganwendungen pflegen die Haut, sagt Julia Schrader, Schwimmmeisterin der SWE Bäder GmbH.

Warum Honig-Anwendungen?

Honig-Anwendungen pflegen die Haut. Dafür wird die Haut mit einer speziell-pflegenden Honigpaste eingerieben, die bei der starken Hitze gut einzieht. Sie sind ideal im Anschluss an einen Besuch im Dampfbad.

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Salzanwendungen haben einen wohltuenden Peeling-Effekt. Foto: pixabay

Wie funktioniert die Salz-Anwendung?

Salz-Anwendungen mit Spezialsalz haben einen wohltuenden Peeling-Effekt. Die Haut wird massiert, alte Hautzellen werden gelöst. Die Durchblutung der Haut wird gefördert. Das Einsalzen sollte kurz vor dem Aufguss außerhalb des Schwitzraumes erfolgen.

Wichtig: Mit dem Einsalzen sollte erst begonnen werden, wenn der Körper eine dünne Schweißschicht gebildet hat. Der Körper wird mit einer kleinen Menge grobkörnigem Mineralsalz eingerieben. Gesicht, Genitalien und offene Wunden sind dabei auszusparen. Anschließend erfolgt in der Schwitzkammer der Aufguss ohne Wedeln. Die Schwitzphase sollte zwischen 5 und 7 Minuten liegen.

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Wichtig: Trinken nicht vergessen! Foto: pixabay

Osmotischer Effekt: Die Poren öffnen sich. Das aufgetragene Salz entzieht dem Körper zusätzlich Flüssigkeit, zwei- bis dreimal so viel wie bei einem normalen Saunagang. Deshalb sollte im Anschluss viel getrunken werden. Keinen Alkohol, besser sind calcium- und magnesiumreiche Mineralwässer oder verdünnte Fruchtsäfte.

Titelfoto: Susann Nürnberger