Katrin Henneberg hat einen stressigen, aber schönen Herbst erlebt. Sie ist die Gewinnerin der Goldcard 2016. Mit der heiß begehrten Karte, die von den Stadtwerken Erfurt gesponsert wurde, konnte sie – mit einem Bücherfreund ihrer Wahl – alle Lesungen der Erfurter Herbstlese besuchen. 37 von 64 hat sie geschafft, wir haben sie gefragt, wie das möglich ist.
Zuerst mal: Katrin Henneberg liebt Bücher über alles. Und die Herbstlese ist für sie ein Muss. Gemeinsam mit Bücherfreundin Petra zieht sie jedes Jahr aufs Neue durch die Lesesäle der Stadt: egal ob groß oder klein, zentral oder eher versteckt gelegen.
Dass man sich für die Goldcard bewerben kann, davon hörte sie in diesem Jahr zum ersten Mal (einmalig gab es sogar 5 Silbercards für alle 10 Lesungen im Atrium der Stadtwerke Erfurt). Und trotzdem hat sie gewonnen. „Ich weiß noch genau, wie das war. Ich stand bei meiner Freundin vor der Haustür, sie winkte mir von oben zu und ich las gerade die E-Mail, dass ich die Goldcard gewonnen habe. Das konnte ich gar nicht glauben, ich dachte, jemand macht einen Scherz“, erzählt sie. Das sah ihr auch Freundin Petra an, mit der sie schon große Pläne geschmiedet hatte, für den Fall, dass sie die Goldcard gewinnen. (Schließlich darf man ja mal träumen). „Ich muss wohl ganz blass gewesen sein, weil meine Freundin gleich fragte, was los ist“, erinnert sie sich.
Mit Herman Van Veen begann der große Lesungsmarathon. „Das war ein wunderbarer Auftakt“, sagt sie. „Mein absolutes Highlight aber war die Jubiläumsshow von Sebastian Fitzek, meinem Lieblingsautor. Wir haben uns sogar durch die unendlich lange Schlange gekämpft und ein signiertes Exemplar ergattert“, berichtet sie.





Viele der Lesungen hat sie mit ihrer Bücherfreundin besucht, aber auch mit ihrem Mann war sie hin und wieder unterwegs oder mit einer ihrer beiden Töchter, 15 und knapp 12 Jahre alt. „Das war ein Glück, denn die Kinderlesungen sind ja immer sehr schnell ausverkauft“, erzählt die 42-jährige Erfurterin. Sehr beeindruckend fand sie die Spätlese. Hier stellten sich junge Autoren vor. Die jüngste war gerade mal zwölf Jahre alt. Aber auch der Highslammer ist für sie ein Muss. Klar, dass sie sich schon eine Karte für die nächste Ausgabe der Poetry-Slam-Reihe zur Frühjahrslese 2017 besorgt hat. Und das ist auch nicht die einzige J Sie fiebert dem neuen Programm schon entgegen. Immerhin sollen es um die 50 Lesungen sein, die im Frühjahr locken. Man mag es kaum glauben. Katrin Henneberg hat sogar neben all den Herbstlese-Veranstaltungen noch die Zeit gefunden, hin und wieder beim Krimifestival der Buchhandlung Peterknecht vorbeizuschauen.
Auf die Frage, welche Lesung ihr besonders gut gefallen hat, fallen gleich viele Namen: Judith Hermann, Leon de Winter, Wolfgang Bosbach, Moritz Netenjakob, Stefan Schwarz, Melanie Raabe. Bücher kauft sie eher selten zu den Lesungen. Nicht nur, weil ihr Herz für das Hörbuch schlägt (hier kann sie perfekt entspannen). Weil die Bücherregale immer voller werden, hat sich Katrin Henneberg einen E-Book-Reader zugelegt. So lässt sie sich zur Erinnerung meist die Eintrittskarten signieren. Dieses Jahr dürften es einige gewesen sein. 🙂
Eine Veranstaltung aber steht noch an: Mit Denis Scheck geht sie am Sonntag auf literarische Zeitreise.