Frühstückst du noch oder picknickst du schon?

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Plätze für eine entspannte Zeit in Erfurt

Sonntagmorgen, der Wecker hat heute frei. Die Morgensonne übernimmt den Weckdienst. Der passende Tag für einen Start in den Tag mit einem ausgiebigen Picknick.

Die notwendigen Utensilien sind schnell zusammengesucht: Decke, Geschirr und Besteck, kühle Getränke…Während die Brötchen im Ofen backen, wird Kaffee gekocht, Obst und Gemüse geschnitten und nach den Wünschen der Teilnehmer Belag für die goldenen, duftenden Backstücke eingepackt.

Soweit so schnell. Doch wo sind (noch) nicht so bekannte Picknickplätze, um gemütlich und entspannt in den Tag zu starten?

Strandfeeling inklusive

Im Norden Erfurts, wo sich die Kiesseen wie eine Perlenkette aneinanderreihen, ist der Platz für ein traditionelles Thüringer Picknick. So richtig mit Bratwurst vom Rost. Im Strandbad Stotternheim – ein See mit Strand, Strandkörben und kristallklarem Wasser sind Grillplätze mit Rost, Tisch und Bänken zu mieten. Bis die Bratwurst die gewünschte Bräune erreicht hat, verkürzt man die Wartezeit mit einem Match auf den Beachvolleyballplätzen, auf Erkundungstour mit dem SUP-Board oder einfach nur einer Runde Schwimmen.

Mit Seeblick

Dort, wo die Pierre-Mauroy-Brücke die Straße der Nationen überspannt, glitzert der Auenteich in der Sonne. Entstanden ist der künstliche See mit der Umgestaltung der Nördlichen Geraaue im Vorfeld der BUGA. Die Brücke hat ihren Namen vom ehemaligen französischen Premierminister und Bürgermeister Lilles, Erfurts Partnerstadt. Zwischen Geraarm und Mühlbach fügt sich der Auenteich mit Seeplattform und kleinem Cafe harmonisch in das grüne Areal ein. Das 10.000 Quadratmeter große Gewässer, das aus der Schmalwasser-Talsperre im Thüringer Wald gespeist wird, ist bis zu 2,50 Meter tief, bis zu 180 Meter lang und maximal 69 Meter breit. Radwege aus der Innenstadt oder aus Gispersleben führen hierher. Wer viel Gepäck oder mit kleinen Kindern unterwegs ist oder nicht gut zu Fuß, findet am Wasserkraftwerk neben dem Auenteich sicher einen Parkplatz. Das Wasserkraftwerk als Teil der Westringkaskade, betrieben durch die Thüringer Fernwasserversorgung, ist ein Infopunkt, an dem man sich nach dem Picknick umschauen kann.

Für das Picknick bieten sich verschiedene Plätze an: eine der Bänke entlang der Wege, direkt am Ufer platzierte große Steine als Tisch und Sitzfläche oder eine der umliegenden Rasenflächen an den langen Uferseiten. Die Fontäne im Teich ist ein schöner Blickfang, in den Wasserstrahlen bricht sich die Sonne, ein schönes Fotomotiv. Der nahegelegene Spielplatz ist dann das nächste Ziel für die Kinder. Es lohnt sich auch, die Pierre-Mauroy-Brücke in den Wohngebietspark Rieth zu überqueren, dann kommt man direkt ans Wasser und sitzt im Schatten der Bäume.

Wild am Wasser

Folgt man dem Rad- und Fußweg vom Auenteich ca. einen Kilometer in Richtung Gispersleben, erschließt sich der neue Park am alten Heizkraftwerk. Das gibt es seit 2015 nicht mehr, das neue Areal schafft seit 2020 den Lückenschluss zum Kilianipark im Erfurter Ortsteil. Ein inklusiver Spielplatz, eine Calistenicsanlage und idyllische Plätze an der Gera bestimmen das Bild. Die Picknickdecke kann man mit Blick auf die Gera ausrollen. Mit dem Rad entlang der Geraaue oder mit dem Auto bis zur Kirche ist der Parkteil schnell erreicht. Schon schön hier. Die Wiese ist von Wildblumen durchsetzt und für den mitgebrachten Familiennachwuchs finden sich mit Spielplatz, Sportangebot und Naturentdeckungen am Ufer entlang ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten. Romantiker genießen vor allem den Blick ins Rund und auf das (je nach Wasserstand) manchmal wilde Wasser.

Warum in die Ferne schweifen, der schöne Picknickplatz liegt so nah. Wer den Norden bisher nicht auf dem Plan hatte, sollte das unbedingt nachholen. Mit der Bundesgartenschau 2021 sind hier ganz wunderbare Plätze entstanden, die es zu entdecken lohnt.

Schöne Südseite

Alte Bäume und die Gera prägen das Bild des Luisenparks im Südwesten der Stadt. Nach dem Überqueren der Alfred-Hess-Straße führt der Parkweg in den um 1900 angelegten Dreienbrunnenpark, im Eingangsbereich auch in Erinnerung an den Aufenthalt der Königin Luise in Erfurt Luisenpark genannt. Die Parkanlage in der Geraniederung ist durch ihren alten Baumbestand geprägt. Im Frühling und Sommer finden im Luisenpark regelmäßig entspannte Sonntags-Picknicks, Live-Musik und Lesungen statt, die häufig im Dreienbrunnenbad weitergeführt werden.

Ebenfalls im Erfurter Westen ist der egapark mit ausgedehnten Rasenflächen und schattenspendenden Baumgruppen ein wunderbarer Ort für ein Picknick. Das duftende Blütenmeer des Großen Blumenbeetes auf der einen und der großartige Spielplatz mit 15.000 m² und vielfältigen Spielgeräten auf der anderen Seite – das verspricht einen entspannten Tag auf der Picknickdecke. Zwischendurch können alle Altersklassen auf Erlebnistour durch den Park gehen.

Und noch was zum Thema Picknick
Gemeinsames Essen im Freien wird bereits in der Antike beschrieben. Die Griechen und die Römer hatten dafür eigene Begriffe. Und auch religiöse Ursprünge lassen sich dafür finden. Bei der „wunderbaren Brotvermehrung“ befahl Jesus Christus dem Volk, sich ins Gras zu lagern, „und sie aßen alle und wurden satt“.
Besonders populär war das Picknick im Viktorianischen Zeitalter in England, da Königin Victoria häufig im Freien speiste. Der klassische Picknickkorb, der sowohl das Essen als auch eine Decke, Geschirr und Besteck enthält, kam folgerichtig im 19. Jahrhundert im stilbewussten Großbritannien auf.

 

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