Sieben Ziele, viel Geschichte und noch mehr Aussicht: Diese Tour führt zu Mauern, Mythen und echten Lieblingsorten.
Es gibt kaum ein Ausflugsziel, das sowohl Großeltern als auch Eltern als auch Kinder gleichermaßen verzaubern kann – Burgen! Sie sind Kindheit und Abenteuer zugleich, Zeitreise inklusive. Sie bieten zum Teil atemberaubende Ausblicke, sind oft in einer märchenhaften Landschaft eingebettet und gehören zu DEM Kulturgut Thüringens.
Kommen Sie mit auf eine kleine Rundreise und suchen Sie sich ihr nächstes Ziel:
Titelbild: Alle Rechte bei Jacob Schröter
Es gibt kaum ein Ausflugsziel, das sowohl Großeltern als auch Eltern als auch Kinder gleichermaßen verzaubern kann – Burgen! Sie sind Kindheit und Abenteuer zugleich, Zeitreise inklusive. Sie bieten zum Teil atemberaubende Ausblicke, sind oft in einer märchenhaften Landschaft eingebettet und gehören zu DEM Kulturgut Thüringens.
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Den Anfang macht die Mühlburg bei den Drei Gleichen südlich von Erfurt. Sie gilt als älteste Burg Thüringens. Ihre Ursprünge reichen vermutlich bis um das Jahr 700 zurück, urkundlich erwähnt wurde sie bereits 704 als „Castello Mulenberge“. Schon der Weg hinauf lohnt sich: Über den Hängen liegt oft ein warmer Wind, darunter ziehen sich Felder und kleine Orte durch die Landschaft. Heute sind noch Mauern, der mächtige Bergfried und Teile der Ringanlage erhalten. Wer oben steht, versteht sofort, warum Burgen einst genau hier gebaut wurden: Der Blick reicht weit über das Thüringer Becken bis zum Thüringer Wald.
Nur wenige Kilometer entfernt thront die Burg Gleichen. Die heutige Burg entstand im 11. Jahrhundert, erstmals erwähnt wurde sie 1034. Mit ihr verbindet sich eine der berühmtesten Thüringer Sagen: die Geschichte vom Grafen von Gleichen, der angeblich mit zwei Frauen zugleich lebte. Die Ruine wirkt heute fast romantisch. Zwischen alten Mauern wächst Grün, und immer wieder öffnen sich weite Ausblicke Richtung Thüringer Wald. Besonders schön: der alte Bergfried mit seiner Aussicht über die gesamte Landschaft der Drei Gleichen.
Die dritte im Bunde ist die Veste Wachsenburg. Sie entstand vermutlich um das Jahr 930 und war einst Teil der Sicherung wichtiger Handelswege durch Thüringen. Anders als die beiden anderen Burgen ist sie bis heute weitgehend erhalten geblieben – wenn auch kräftig umgebaut. Schon von weitem erkennt man ihren markanten Turm. Innen warten alte Gewölbe, Burghof und Wehrmauern – und natürlich der herrliche Blick über das Land. Besonders reizvoll ist, dass die Burg bis heute bewirtschaftet wird und dadurch nicht museal, sondern lebendig wirkt.
Weiter östlich erhebt sich über dem Saaletal die Leuchtenburg. Ihre Anfänge reichen ins 13. Jahrhundert zurück. Die weithin sichtbare Burg wurde einst zur Sicherung der Handelsstraßen im Saaletal errichtet und später mehrfach erweitert. Heute verbindet die Leuchtenburg mittelalterliche Architektur mit modernen Ausstellungen rund um das berühmte Thüringer Porzellan. Besonders eindrucksvoll ist die sogenannte „Brücke der Wünsche“, auf der Besucher Porzellan mit einem Wunsch in die Tiefe werfen dürfen.
Fast versteckt liegt das Schloss Kochberg bei Rudolstadt. Die Anlage geht auf eine mittelalterliche Wasserburg zurück, die erstmals 1380 erwähnt wurde. Heute wirkt der Ort eher elegant als wehrhaft. Berühmt wurde Kochberg vor allem durch Charlotte von Stein und ihre Verbindung zu Goethe, der hier häufig zu Gast war. Schloss, Park und das kleine Liebhabertheater besitzen bis heute eine stille, fast poetische Atmosphäre



Malerisch über dem Tal liegt auch das Oberschloss Kranichfeld. Die ursprüngliche Burganlage wurde bereits im 12. Jahrhundert erwähnt und später zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Noch heute erkennt man die Mischung aus mittelalterlicher Burg und repräsentativem Schlossbau. Besonders beeindruckend ist der „Dicke Turm“, von dem sich ein wunderbarer Blick über das Ilmtal eröffnet.
Zum Schluss wartet noch ein echtes mittelalterliches Schwergewicht: die Wasserburg Kapellendorf. Ihre Ursprünge reichen in das 11. Jahrhundert zurück, gegründet wurde die Anlage im 12. Jahrhundert. Dicke Mauern, Wassergraben und Zugangsbrücke lassen die Burg noch heute wie eine Kulisse aus einem Ritterfilm erscheinen. Gleichzeitig gehört sie zu den besterhaltenen Burgen Thüringens. Besonders spannend: Während der Fehden des späten Mittelalters spielte Kapellendorf eine wichtige Rolle und wurde sogar belagert. Achtung: Der Burghof ist zurzeit eine Baustelle, Besichtigungen nur in den Ferien am Wochenende!


Übrigens: Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat noch viel mehr Märchenhaftes im Angebot. Einfach mal unter https://www.thueringerschloesser.de/ entdecken und staunen.

