Eine Zeitreise mit dem Bus

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Sommerjournal 2026,Teaser Sommer 2026

Museumsdorf Hohenfelden wo die Zeit langsamer vergeht zwischen altem Fachwerk, dem Wiesenduft und dem Gegacker von Hühnern

Nur rund 30 Minuten Busfahrt vom Erfurter Zentrum entfernt liegt das Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden – ein Ort, an dem Geschichte nicht nur ausgestellt, sondern erlebt wird. Mit der Anbindung durch die EVAG-Linie 155 an Wochenenden und Feiertagen rückt dieses Stück Vergangenheit nun noch näher an die Stadt heran: einsteigen, aussteigen – und mitten im ländlichen Thüringen von gestern landen.

Schon die Fahrt mit dem Bus aus Erfurt wirkt wie ein sanfter Übergang in eine andere Welt. Hinter Haarberg ziehen Felder vorbei, die Dörfer liegen eingebettet zwischen Wäldern und Wiesen.

Dann taucht Hohenfelden auf – ein idyllischer Ort am Stausee mit Campingplatz. Das Dorf hat in den späten 70ern eine kleine „Schwester“ oberhalb am Waldrand bekommen. Ein neues altes Dorf, das als lebendiges Geschichtsbuch wirkt. Seit ca. 50 Jahren werden hier historische Gebäude aus ganz Thüringen bewahrt, die andernorts verloren gegangen wären, indem sie fachmännisch abgebaut und im Museumsdorf wieder aufgebaut werden.

Mehr als 40 Höfe, Werkstätten und Wohnhäuser erzählen heute vom Alltag vergangener Jahrhunderte – vom einfachen Bauernhaus bis zu alten Handwerksstätten, in denen Holz, Ton und Metall noch wie früher verarbeitet werden. Besonders eindrucksvoll ist die Blumentopf-Töpferei aus Tonndorf, einst eine der größten ihrer Art, in der bis zu einer halben Million Töpfe im Jahr entstanden. Wer durch das Gelände schlendert, merkt schnell: Dieses Museum lebt. Kinder spähen in Backöfen, Erwachsene bleiben in Stuben stehen, die wirken, als hätten die Bewohner sie nur kurz verlassen. Auf einem Hof scharren Hühner, Esel ziehen über die Wiesen – eine ländliche Szenerie.

Ein besonderer Treffpunkt ist der historische Limonadenpavillon „Am Eichenberg“. Ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts als sommerlicher Ausschank in Friedrichroda errichtet, wurde er später nach Hohenfelden versetzt und liebevoll restauriert. Heute ist er ein Ort der kleinen Pausen: hausgemachte Limonaden, Waffeln, Thüringer Spezialitäten – und das Gefühl, für einen Moment in einer anderen Zeit zu sitzen. Und das Museumsdorf wächst weiter. Ein weiterer Limonadenpavillon aus Erfurt soll künftig hier wiederaufgebaut werden. Einst stand er mitten in der Innenstadt, später wurde er in eine Kleingartenanlage versetzt. Nun liegt er zerlegt bereit für seine neue Reise nach Hohenfelden – und bringt ein Stück urbaner Sommergeschichte mit ins Grüne.

Auch der historische Pfarrhof gehört zu den stillen Herzstücken des Museums. Alte Obstbäume spenden Schatten, Kräuter- und Bauerngärten duften im Sommer, und wer hier sitzt, vergisst schnell, dass Erfurt nur eine halbe Stunde entfernt ist. Vielleicht ist es genau diese Atmosphäre, die den Ort auch für Filmproduktionen so attraktiv macht. Denn der Ort ist längst mehr als ein Museum – es ist eine perfekte Filmkulisse. Neben Szenen der beliebten ARD-Serie „Schloss Einstein“ entstanden hier in jüngster Zeit gleich mehrere große Filmprojekte. So wurde das Gelände unter anderem zum Drehort für das ARD-Weihnachtsmärchen „Die Prinzessin aus Glas“ aus der Reihe „Sechs auf einen Streich“. Das Freilichtmuseum bot dafür die märchenhafte Bühne eines klassischen Abenteuerfilms. Besonders überraschend war zudem ein weiterer großer Dreh: Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff nutzte das verschneite Museumsdorf im Januar 2026 für seinen Film „Heimsuchung“ nach dem Bestseller von Jenny Erpenbeck. Das Ensemble wurde darin zu einem Ort filmischer Erinnerung – ein Haus als Spiegel eines ganzen Jahrhunderts deutscher Geschichte, von der Weimarer Republik über Krieg und DDR bis zur Wende.

Doch das Dorf lebt nicht nur von Film und Geschichte, sondern auch von seinen Festen. Beim Handwerkertag im Frühjahr zeigen Schmiede, Drechsler und Töpfer ihr Können. Der Schäfertag im Sommer bringt Hütehunde, Schafschur und ländliche Traditionen auf die Wiesen. Im Herbst locken Käse- und Regionalmärkte mit Spezialitäten aus der Region, während historische Traktoren über das Gelände rollen und Kinder Erntekronen binden. Jeder dieser Tage verwandelt das Museumsdorf in ein lebendiges Fest der Thüringer Kultur.

So verbindet ein Freilichtmuseum vieles, was selten zusammenkommt: Natur und Geschichte, Alltag und Handwerk, Filmkulisse und Familienausflug. Und nun auch Stadt und Land – verbunden durch die Buslinie der EVAG. Am Ende bleibt ein einfacher Gedanke: Nur 30 Minuten trennen das hektische Leben in der Stadt von der ländlichen Idylle. Einsteigen, losfahren – und dort ankommen, wo Thüringen seine ländliche Geschichte bewahrt.

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Eltern mit Kindern, U30, Ü50

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