Dieses permanente „dicke-Bücher-in-den-Händen halten“ ist ja auch irgendwie Sport. In diesem Sinne haben wir für all jene – die bisher den guten Vorsätzen für 2017 trotzen – jede Menge Buchtipps, zusammengestellt von der Buchhandlung Peterknecht. Dort wird schon wieder eifrig am Programm der Kinderbuchtage 2017 gefeilt. Peter und Katrin Peterknecht haben aber nicht nur Tipps für kleine, sondern auch für große Leseratten.

Dunkle Fantasien: „Wédora – Staub und Blut“ von Markus Heitz:
Sand und Staub, daraus besteht Wedora. Eine Stadt mitten in der Wüste. Wer hier landet, kommt nicht mehr weg – es sei denn, man kennt einen Hexer, der einen nach Hause bringen kann. In einer atemlosen Jagd versuchen unsere beiden gestrandeten Helden genau dies und müssen dabei gegen Naturgewalten und zahlreiche Intrigen bestehen.
Markus Heitz hat in seiner unnachahmlichen Art ein wunderbares Fantasyepos geschaffen und auf wohltuende Art auf Orks, Trolle, Elben und Vampire verzichtet.
Mysteriöses Treffen: „Die Mühle“ von Elisabeth Herrmann
Nach langen Jahren lädt ein Unbekannter die „Court“, die coolsten Typen des Gymnasiums zu einem Treffen in ein luxuriöses Hotel in Polen ein. Fast alle kommen, um ein Wiedersehen zu feiern. Doch wer hat eingeladen? Aus anfänglicher Freude entwickelt sich ein gegenseitiges Belauern. Der Trip führt die Clique in eine alte abgelegene Mühle, umgeben von Wildnis. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Doch ein düsteres Geheimnis aus der Vergangenheit bahnt sich den Weg in die Gegenwart. Spannend und überraschend bis zum Ende.
Geister, Politik und Scheinheiligkeit: „Geister“ von Nathan Hill
»Nathan Hills Roman ist ein Psychodrama um eine Mutter und ihren Sohn, voller Geister und Politik, aber es ist auch eine Tragikomödie von Zorn und Scheinheiligkeit. Nathan Hill ist ein Maestro des Schrecklichen.« John Irving
Der Roman Geister fesselt. Es werden Alltagsgeschichten erzählt, welche alle ineinander verwoben sind. Scheinbar einfache Vorgange entwickeln durch ihre Vergangenheit ein Eigenleben. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss nach 864 Seiten erhalten und verblüfft immer wieder.
Konflikt aus Schuld und Ehrlichkeit im Nordirland der 80er-Jahre: „Cal“ von Bernard MacLaverty
„Cal“ spiegelt den Nordirlandkonflikt mitten in den 80er-Jahren. Als Katholik lebt Cal mit seinem Vater in einer protestantischen Wohnsiedlung. Verunsichert durch Drohungen und Hass, ist Cal nicht in der Lage, sich ins Arbeitsleben einzugliedern und einen intakten Freundeskreis aufzubauen. Obwohl er Gewalt und deren Folgen verabscheut, nimmt er Aufträge als Fahrer für terroristische Aktivitäten der IRA an. Als er Marcella trifft, gerät er zunehmend in einen Konflikt um Schuld und Ehrlichkeit. Anstatt zu fliehen, versucht Cal, der Frau, die für ihn zur Obsession wird, näher zu kommen.
Ungeschönter Blick hinter die Kulissen – die Metallica-Biographie: „Birth School Metallica Death“ von Paul Brannigan und Ian Winwood
Im Jahr 1981 ahnte niemand, dass aus „Metallica“ einst die erfolgreichste Musikgruppe der Welt werden sollte.
Mit der neuen Bandbiographie gewähren uns Paul Brannigan und Ian Winwood einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen. Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass beide Journalisten glühende Metallicafans sind. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses Buch nicht in einen Lobgesang mündet, sondern all die Fehler und Eigenheiten der Mitglieder offenbart werden. Wir erfahren, wie „Metallica“ sich, trotz fehlender Unterstützung der großen Musikindustrie und des allmächtigen TV-Senders MTV, durchsetzte. Ein fast 700-seitiges Lesefest für alle Metalheads und Metallicafans!
Die andere Seite: „Madame Picasso“ von Anne Girard
Der Roman erzählt die wahre Geschichte von Eva, die es als Madame Picasso so aber nicht gegeben hat. Eva kommt als junges Mädchen 1911 nach Paris: von der Provinz in eine schillernde Metropole. Und sie hat Glück, sie findet Arbeit. Zunächst als Näherin, später als Kostümschneiderin im „Moulin Rouge“. Dort begegnet sie Picasso, dem aufstrebenden Stern der Kunstszene und verliebt sich in ihn.
Es gibt einige Widrigkeiten, denn eigentlich ist Picasso gebunden und Eva wird auch nicht gleich von seinem Freundeskreis akzeptiert. Dennoch wird sie seine Muse. Aus einer leidenschaftlichen Affäre wird die große Liebe des Lebens, welche leider ein tragisches Ende nimmt. Es ist eine sehr sinnliche und berührende Geschichte voller Leidenschaft.
Geheimnisse der Vergangenheit: „Eisblaue See, endloser Himmel“ von Morgan Callan Rogers
Florine ist mittlerweile mit ihrer Jugendliebe Bud verheiratet und hat zwei Kinder. Was nach Happy End klingt, ist jedoch erst der Anfang der Geschichte. Neben den Alltagsproblemen der jungen Familie ist auch das Verschwinden von Florines Mutter Carlie weiterhin ein großes Thema. Plötzlich taucht ein alter Briefwechsel zwischen Carlie und einem scheinbar Unbekannten auf und endlich scheint sich das Rätsel um ihr Verschwinden zu lüften.
Liebeserklärung an die gute alte Buchhandlung: „Ein ganz besonderes Jahr“ von Thomas Montasser
Valerie, eigentlich Betriebswirtin, muss von einem Tag auf den anderen die Buchhandlung ihrer Tante übernehmen. Diese ist spurlos verschwunden und hat nur einen Zettel hinterlassen. Zwei Welten prallen aufeinander! Valerie will Ordnung in den Laden bringen und dann verkaufen, aber der kleine Laden und seine ganz besonderen Kunden halten sie zurück. Die Buchhandlung wächst ihr mehr und mehr ans Herz. Vor allem die literarischen Schätze verändern ihr Leben.
„Ein ganz besonderes Jahr“ ist eine Liebeserklärung an die gute alte Buchhandlung und zugleich auch eine Hommage an die Literatur und an das Lesen an sich.
Für die Kleinen hat Katrin Peterknecht einen besonderen Tipp: „Chloe – völlig von der Rolle“ von Sonja Kaiblinger und Vera Schmidt