Rolf Henkel und die Tatra: Erinnerungen an Erfurts Straßenbahnen

50 Jahre Tatra in Erfurt: Straßenbahnfahrer Rolf Henkel erinnert sich an den legendären KT4D, lange Dreifachtraktionen und das unverwechselbare Quietschen in den Kurven. Eine persönliche Geschichte über Erfurter Straßenbahnen, technische Veränderungen und ein Stück Stadtgeschichte, das bis heute hörbar geblieben ist.

Zeitsprung ins Jahr 1991

in Zeitsprung in das Jahr 1991: Auf dem Betriebshof Magdeburger Allee stehen 2 Tatra-Wagen des letzten nach Erfurt gelieferten Fahrzeugloses. Die 1990 gelieferten Wagen 536 bis 555 waren 1988 bestellt oder besser zugeteilt worden, als der Untergang der DDR noch unvorstellbar erschien. Eigentlich sollten die Wagen schon 1989 geliefert werden, denn in Erfurt herrschte, wie in anderen DDR-Straßenbahnbetrieben auch, eklatanter Fahrzeugmangel. Lieferverzögerungen waren aber zu der Zeit nicht ungewöhnlich und hatten verschiedene Ursachen, die Volkswirtschaft unseres Nachbarlandes lief etwas anders als die der DDR, aber sicher nicht besser. Noch Anfang 1990 liefen in Prag Verhandlungen, die Fahrzeuglieferungen zu stornieren, denn zu der Zeit waren rasante Veränderungen im Nutzungsverhalten der öffentlichen Verkehrsmittel unübersehbar. Davon abgesehen erschien zeitgemäßere Fahrzeugtechnik erreichbar, und sei es nur stromsparende Choppertechnik, mit der Tatra-Wagen bislang aber nur nach Berlin geliefert worden waren.