Die Ausbildung bei der SWE im Wandel der Zeit: Ein Gespräch mit Franz Schubert (21), Auszubildender im dritten Lehrjahr, und Thomas Leppin (55), der seit 1986 im Erfurter Stromnetz arbeitet
„Damals war es viel mehr schwere Handarbeit“, sagt Thomas Leppin. „Heute gibt es viel mehr Technik, das erleichtert die Arbeit enorm.“ Der Beruf des Elektromonteurs hat sich zum Elektroniker für Betriebstechnik gewandelt. Was geblieben ist: „Die Leidenschaft für Technik, eine sichere Stromversorgung und das gute Gefühl, am Ende des Tages etwas Sinnvolles getan zu haben.“
In das Berufsleben startete Leppin 1986 als Azubi beim „Energiekombinat Erfurt“ (EKE, ab 1993 SWE Strom- und Fernwärme GmbH, ab 2007 SWE Netz GmbH). Die Berufswahl kam nicht von ungefähr, auch sein Vater war ursprünglich Elektromeister, das Interesse am Beruf wurde also in der Familie geweckt. Thomas Leppin sagt: „Die Berufsschule mit angeschlossenem Lehrlingswohnheim befand sich in Bleicherode. Theorie und Praxis wechselten sich ab. Es war eine Mischung aus Unterricht, Stunden in der Lehrwerkstatt und Einsätzen im Stromnetz. Die Arbeit war körperlich anspruchsvoll: Gruben wurden von Hand gegraben, Holzmasten von Hand aufgestellt, Stromleitungen erneuert, oft im Team mit zehn, zwölf Mitlehrlingen.“ Der Tag startete um 7 Uhr, endete um 16 Uhr. Zwei Jahre dauerte damals die Ausbildung (heute dreieinhalb). Es gab ein „Clubhaus der Energiearbeiter“ an der Iderhoffstraße – großer Saal und Bühne für betriebliche Veranstaltungen. „Mit Kegelbahn, Sauna und sogar einem Schwimmbecken“, erinnert sich Leppin. Mitarbeiter des „EKE“ bekamen einen Rabatt auf den Strompreis. Und die Lehrlingsvergütung? Im ersten Halbjahr waren es 120 DDR-Mark, 40 Mark davon waren für die Unterbringung im Lehrlingswohnheim abzuliefern.
Franz Schubert, 21 Jahre alt, ist im dritten Ausbildungsjahr (ca. 1.500 Euro brutto) und hat bewusst den praktischen Weg gewählt. Nach Realschule und Abitur absolvierte er mehrere Praktika, unter anderem im Elektrobereich. Schnell war klar: „Ich will nicht den ganzen Tag im Büro sitzen. Ich will sehen, was ich geschafft habe.”
In den ersten Monaten war Franz Schubert fast nur im Schulungszentrum, jetzt ist er meist im Einsatz: „Um 7 Uhr beginnt der Tag mit einer kurzen Besprechung, dann geht’s mit einem Kollegen raus zur Stationsinspektion, zur Wartung oder zur Abnahme von Arbeiten durch Fremdfirmen. Azubis dürfen heute mehr: selbst fahren, Verantwortung übernehmen, direkt am Netz arbeiten.“
Franz Schubert schätzt die Abwechslung. „Jeden Tag machen wir etwas Neues. Und ich weiß: Die Leute brauchen uns. Strom ist überall und wir haben das Wohl der Erfurter in unserer Hand.“ Sein Plan: Nach der Ausbildung ein berufsbegleitendes Studium in Elektrotechnik – natürlich über die SWE.
Was hat sich verändert?
Die Technik, das Werkzeug und bessere Arbeitsmaterialien, sagen beide. So werden viele Steuerungsprozesse in Kraft- und Umspannwerken, die früher manuell bedient wurden, heute per Software gesteuert. Die Energiewende ist eine gewaltige Aufgabe, der Ausbau der erneuerbaren Energien, der damit verbundene Netzausbau und die Steuerung fordern die Netze. Und noch etwas hat sich verändert. Thomas Leppin: „Wichtig war, dass wir mit dem politischen Systemwechsel einen starken Betriebsrat bekommen haben! Der hat sich, in Abwägung von Interessen der Betriebsführung und der Angestellten, immer als zuverlässiger Partner für beide Seiten gezeigt.“ Und bei den jüngeren Generationen ziehen die Benefits wie Jobticket, Fitnessstudio, Jobrad, Gleitzeit und Co. Und natürlich die zuverlässige Bezahlung nach Tarif.
Und was hat sich nicht verändert?
„Der Beruf war, ist und bleibt krisensicher, denn die Bereitstellung einer sicheren Stromversorgung kann man nicht an eine KI auslagern“, sagen sowohl Leppin als auch Schubert. Es braucht immer Kollegen, die sich bei jedem Wetter und zu jeder Uhrzeit um „das Netz“ vor Ort kümmern. Im Job wichtig sind „Teamgeist, technische Neugier und der Wille, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Franz Schubert. Genauso wie früher. Auch die Grundvoraussetzungen, die man für so einen Job mitbringen sollte, sind die gleichen geblieben. „Das Interesse an Technik, Mathe, Physik und auch Chemie ist unbedingt notwendig!“
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