Herr und Meister der Erfurter Wertstoffhöfe: Martin John bei der SWE Stadtwirtschaft

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Karriere

Wenn auf den Erfurter Wertstoffhöfen alte Schränke, Grünschnitt, Staubsauger, Schrott oder Elektrokleingeräte ihren richtigen Platz finden müssen, braucht es Menschen, die den Überblick behalten. Einer von ihnen ist Martin John. Der gebürtige Erfurter ist Meister für Kreislauf- und Abfallwirtschaft bei der SWE Stadtwirtschaft und verantwortlich für die Wertstoffhöfe und den Sonderabfall.

Sein Beruf klingt auf den ersten Blick nach Containern, Pressen und Sortierlogik. Tatsächlich steckt deutlich mehr dahinter: Organisation, Technik, Umweltschutz, Beratung – und viel Kontakt zu Menschen.

Über Umwege zur Kreislaufwirtschaft

Dass Martin John einmal in der Abfall- und Kreislaufwirtschaft arbeiten würde, war nicht von Anfang an geplant. Nach der zehnten Klasse machte er zunächst Fachabitur im Bereich Technik. Danach ging er zwei Jahre freiwillig zur Bundeswehr nach Gotha. Dort erwarb er unter anderem seinen Lkw-Führerschein und den Gefahrguttransportschein.

Nach der Bundeswehr war für ihn klar: Er wollte in Erfurt bleiben. Auf der Homepage der Erfurter Stadtwerke entdeckte er die Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. „Das ist irgendwas mit Abfall und in der Nähe“, dachte er damals. Er bewarb sich – und wurde genommen.

Von 2011 bis 2014 absolvierte er seine Ausbildung. Der praktische Teil fand in Erfurt statt, die Berufsschule in Altenburg, überbetriebliche Ausbildungsabschnitte in Gera. Nach dem Abschluss arbeitete er zunächst als Maschinist auf dem Deponiegelände und half immer wieder auf dem Wertstoffhof aus. So wuchs er Schritt für Schritt in den Bereich hinein.

Als sein Vorgänger in den Ruhestand ging, entschied sich Martin John für den Meisterabschluss an der Bayerischen Verwaltungsschule. Neben der Schule übernahm er die Aufgaben bereits kommissarisch. Seit Anfang der 2020er-Jahre ist er offiziell Meister für die Wertstoffhöfe und den Sonderabfall.

Organisation, Technik und Verantwortung

Der Arbeitsalltag von Martin John besteht heute zu einem großen Teil aus Planung und Organisation. Schichtpläne müssen erstellt, Öffnungszeiten abgesichert, Statistiken gepflegt und Abliefermengen gemeldet werden. Dazu kommt die Koordination verschiedener Elektroschrottfraktionen – zum Beispiel Kühlgeräte, Haushaltsgroßgeräte oder Elektrokleingeräte.

Auch Beschaffungen gehören zu seinen Aufgaben: Arbeitsschutzhandschuhe, Gabelstapler, Pressen oder andere Ausstattung. Kurz gesagt: Martin John sorgt dafür, dass die Abläufe auf den Wertstoffhöfen funktionieren und das Team gut arbeiten kann.

Martin John, Meister Wertstoffhöfe und Sonderabfälle

Ein Thema, das in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist, ist der Verkauf von Blumenerde und Kompost. Viele Kundinnen und Kunden bringen erst etwas weg und nehmen danach gleich Erde mit. Praktisch, findet Martin John: Platz im Auto ist dann ja wieder vorhanden. Besonders beliebt ist der Erfurter Gütekompost.

Nah dran am Kunden

Trotz Büro, Planung und Verantwortung will Martin John den direkten Kontakt zu den Menschen nicht verlieren. Er geht ans Telefon, berät Kundinnen und Kunden und springt auch samstags auf dem Hof ein, wenn Unterstützung gebraucht wird.

Auf dem Wertstoffhof treffen sehr unterschiedliche Menschen aufeinander. Manche wissen genau, wohin sie müssen. Andere kommen mit einem vollen Auto und vielen Fragen. Dann wird beraten, sortiert und erklärt. Das braucht manchmal Geduld – auch von denen, die dahinter warten. Wenn gehupt oder gemeckert wird, gehört auch das zum Alltag. Martin John nimmt es gelassen: „Dafür sind wir da.“

Besonders schön findet er die Tage, an denen trotz Stress die Stimmung im Team gut bleibt. Wenn alle anpacken, ein lockerer Spruch fällt und Kundinnen und Kunden am Ende zufrieden vom Hof fahren.

Wenn richtiges Entsorgen wichtig wird

Kuriose Momente gibt es auf einem Wertstoffhof natürlich auch. Schließlich landet dort fast alles, was Menschen irgendwann nicht mehr brauchen. Manches sorgt für ein kurzes Schmunzeln. Wichtiger als die Anekdote ist Martin John aber der richtige Umgang damit.

Elektrogeräte, Akkus oder fest verbaute Batterien gehören nicht in den Hausmüll. Sie müssen fachgerecht entsorgt werden, weil sie gefährlich werden können. Pressenbrände hat es bereits gegeben. Zum Glück ohne größere Schäden.

Wertstoffhof Nord, Lobensteinerstraße

Joko, Klaas und der StaplerCup

Ein besonderes Highlight war der Besuch von Joko und Klaas auf dem Wertstoffhof. Für eine TV-Produktion wurde der Hof zeitweise zur Kulisse. Dafür musste organisiert, geräumt, vorbereitet und danach wieder alles in Ordnung gebracht werden. Für Martin John war das ein besonderes Erlebnis – aber auch eines, das er nicht jede Woche braucht.

Joko und Klaas bei der Pro Sieben Show „Ein sehr gutes Quiz, mit sehr hoher Gewinnsumme“, Wertstoffhof Nord,

Ehrgeiz zeigt das Team auch beim StaplerCup. Vier Kollegen aus dem Bereich Wertstoffhof traten gemeinsam an. Im vergangenen Jahr wurde ein Wertstoffhofkollege bereits Dritter – ohne großes Training. Für ein Team, bei dem Staplerfahren nicht das Kerngeschäft ist, sondern eine von vielen Aufgaben, ist das bemerkenswert. Jetzt ging es gemeinsam weiter, inklusive einheitlicher T-Shirts mit dem Slogan „Fork Force One“ und Teamwertung. Ergebnis: Stolzer 2. Platz!

Mehr als Mülltrennung

Wer Martin John zuhört, merkt schnell: Kreislaufwirtschaft ist mehr als Mülltrennung. Es geht um Logistik, Umweltschutz, Beratung, Technik, Verantwortung und manchmal auch Improvisation. Vor allem aber ist es Arbeit mit Menschen – mit denen, die etwas loswerden wollen, und mit denen, die jeden Tag dafür sorgen, dass daraus ein geordneter Kreislauf wird.

Martin John macht daraus kein großes Aufheben. Er organisiert, erklärt, entscheidet und packt mit an. Herr und Meister der Erfurter Wertstoffhöfe eben.

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