65 Jahre egapark: Zwischen Denkmal und Zukunft

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JOURNAL Frühling 2026

Bettina Franke ist seit 2025 Geschäftsführerin des egaparks. Als Landschaftsarchitektin war sie bereits an der Bundesgartenschau 2021 beteiligt und kennt den Park aus vielen Perspektiven. Ihr Ziel ist es, den egapark als besonderen Garten- und Kulturort zu erhalten, weiter zu stärken und die Blumenstadt- und Gartenschautradition Erfurts im Park zu bewahren und weiterzutragen.

Mit rund 550.000 Besuchern ist der egapark für viele Menschen ein Ort voller Erinnerungen, Begegnungen und Inspiration. Vier Fragen zum egapark und vier Antworten der egapark-Chefin:

Worauf freuen Sie sich 2026 besonders?
Ich freue mich besonders auf die Jubiläums-Blumenschau in der Halle 1, die Outdoorausstellung mit historischen Motiven an 65 Orten im Park und das Große Blumenbeet, welches dieses Jahr im Stil der 60er-Jahre bepflanzt wird. Ich bin gespannt auf die Emotionen, die wir bei unseren Gästen mit den Archivfunden wie historischen Fotos, Filmen, den Ausstellungen sowie gärtnerischen Reminiszenzen an die Gründungsjahre wecken können. Fotos aus dem Park finden sich in vielen Familienalben und zahlreiche Thüringer verbinden mit dem egapark persönliche Kindheitserinnerungen. Wenn daraus der Wunsch entsteht, auch künftig eng mit dem egapark verbunden zu sein oder den Park neu für sich zu entdecken, dann haben wir ein wichtiges Ziel erreicht.

 

Bettina Franke im egapark

Worin liegt die Zukunft des Parks?

Die Zukunft des egaparks liegt für mich darin, ihn als lebendigen Ort für Erholung, Bewegung und besondere Naturerlebnisse dauerhaft attraktiv zu halten. Gerade in einer zunehmend digitalen Welt wächst bei vielen Menschen das Bedürfnis nach grünen Räumen, in denen sie Zeit miteinander verbringen, entspannen und neue Eindrücke sammeln können. Dafür wollen wir auch künftig das gärtnerische Profil des Parks bewahren und weiter stärken und den egapark als attraktives Ausflugsziel für Erfurterinnen und Erfurter ebenso wie für Gäste aus ganz Deutschland mit neuen Impulsen lebendig halten. Auch Bildungsangebote rund um Natur, Nachhaltigkeit und gärtnerisches Wissen gehören dazu. Dass sich der egapark so erfolgreich entwickeln konnte und auch künftig entwickeln kann, verdanken wir vor allem dem großen Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihrer engen Verbindung zu diesem Park. Gleichzeitig profitieren wir von der starken Einbindung in die SWE Gruppe als verlässliche Partnerin.

„Der egapark ist für viele ein Ort voller Kindheitserinnerungen.“

Der egapark im Jahr 1961

Ist das Denkmal Chance oder Last?
Das Denkmal ist für uns in erster Linie eine Chance. Es gibt dem egapark seine besondere Identität als einzigartiges Garten- und Kulturdenkmal der Moderne. Das Konzept von Reinhold Lingner ist gestalterisch, inhaltlich und funktional sehr stimmig. Natürlich bringt das auch Verantwortung mit sich.

Welcher ist Ihr Lieblingsort im egapark?
Einen einzigen Lieblingsort im egapark habe ich nicht, dafür sind es zu viele besondere Plätze. Je nach Stimmung und Jahreszeit zieht es mich mal in den Rosengarten mit seinem besonderen Duft und den versteckten Rückzugsorten, mal in den Karl-Foerster-Garten mit dem wunderbaren Blick zum Erfurter Dom. Und auch der Skulpturengarten begeistert mich immer wieder durch das Zusammenspiel von Kunst und Gartengestaltung.

Tags :

65 Jahre, Bettina Franke.Interview, ega, egapark, IGA, stadtwerke

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