1945 – Start aus den Trümmern. Diesel ist Mangelware, Busse können nur mit Mühe unterhalten werden. Neufahrzeuge gibt es nicht. Im Winter 1945/46 erhält Erfurt aus Wehrmachtsbeständen fünf Busse. Aus bisher nicht realisierten Projekten anderer Städte können Busse mit Oberleitungen und Fahrgestelle bezogen werden. Die Obuslinie nach Neudaberstedt geht 1948 in Betrieb.

1949 wird die Sulzer Siedlung angeschlossen, die Obuslinie nach Melchendorf verlängert. 1950 sind bereits 19 Omnibusse, fünf Obusse, eine Zugmaschine sowie 11 Anhänger im Einsatz.1951 fährt der Obus vom Anger nach Hochheim, ab 1952 zum Ringelberg.
Erfurt hat ca. 190.000 Einwohner. Dank neuer Fahrzeuge entspannt sich die Situation, Vorkriegsfahrzeuge sind bis Mitte der 1960er-Jahre im Einsatz. Die Erfurter Verkehrsbetriebe (EVB) verfügen über 73 Omnibusse und Obusse. 1957 startet der Fernlinienverkehr zur Ostsee und der erste Gelenkbus der Stadt, ein Büssing 14RU11, rollt durch die Stadt. Ab 1962 werden alle Vorkriegsbusse ausgemustert dank Neuanschaffungen vom Hersteller Ikarus. Der erste Ikarus-Gelenkbus fährt ab 1969 auf der neuen Linie Omnibusbahnhof – Johannesplatz.


In den 1970er-Jahren wird in den Generalverkehrsplänen für Erfurt der Fokus auf die Straßenbahn gerichtet.
Busse dienen als Zubringer und stellen Querverbindungen her. Der Fuhrpark ist auf über 140 Busse angewachsen. Nach der Lieferung von elf Ikarus 180 endet der Einsatz der Omnibusanhänger 1973. 1975 wird die letzte
Obus-Linie „Ringelberg – Anger – Hochheim“ eingestellt.
In der Ölkrise Ende der 1970er- und bis in die 1980er-Jahre gehören Kraftstoffkontingente zum Alltag. Linien werden geändert und Regionalbuslinien fallen weg. Ikarus-Busse aus Ungarn werden nur noch unregelmäßig geliefert. Um Fahrpläne zu verkürzen, werden Busspuren eingerichtet.


