Der Bus ist seit vielen Jahren Teil unseres Alltags, knüpft Verbindungen in der Stadt oder zwischen Regionen. Der erste Bus rollt vor fast 400 Jahren, 1622, durch die Straßen von Paris, Pferde ziehen eine Kutsche. 1895 dann der erste Linienverkehr im Siegerland. Ein Ottomotor mit fünf Pferdestärken treibt den von Carl Benz entwickelten Achtsitzer, einen Holzkastenwagen auf einem LKW-Fahrgestell, an. Anfang der 1920er-Jahre sieht man die ersten Busse in Erfurt. 1925 übernimmt die Erfurter Straßenbahn, der Vorgänger der EVAG, zwei der sechs privaten Busbetriebe mit Fahrzeugen – der Start des Busbetriebes für das Unternehmen vor 100 Jahren.
Omnibusse mit Ottomotor breiten sich Anfang des 20. Jahrhunderts als Konkurrenz zur Straßenbahn in ganz
Europa aus. Der Erste Weltkrieg stoppt die rasante Entwicklung. Danach geht es wieder bergauf, auch in Erfurt.
Private Unternehmer fahren Anfang der 1920er-Jahre zunächst im Vorort- und Gelegenheitsverkehr mit eigenen
Konzessionen. In der Wirtschaftskrise werden Straßenbahnstrecken eingestellt, der Bus erhält den Vorzug.

1925 nimmt die Erfurter Straßenbahn den Busbetrieb auf den Linien: Anger – Neudaberstedt, Anger – Schlachthof und Hauptbahnhof – Nordpark auf. Erfurt zählt mit 135.000 Einwohnern zu den Großstädten. Sechs neue Fahrzeuge werden in Auftrag gegeben, größer und mit Niederrahmenfahrgestellen für einen bequemen Einstieg. 1926 werden drei neue Linien eröffnet – eine davon aber gleich wieder eingestellt.

eingesetzt. Für die Erfurter Busse werden auf diesen Fahrten auch Reifen besorgt, die es im Osten kaum gab.
Ein Reisebus verstärkt 1926 die Flotte, das Erfurter Busnetz erweitert sich in die Region. 1930 zählt die EVAG-Flotte 18 Busse. Eine Vollstahlkonstruktion ersetzt die bisherige schwere Holzkarosserie. Die Erfurter Straßenbahn kauft 1930 zwei weitere Konzessionen. 30 Busse sind auf 16 Linien und im Reiseverkehr unterwegs.

Der Busverkehr in Erfurt wächst durch den Wohnungsneubau und die Kasernenbauten am Stadtrand. Ab 1938 schaffen zwölf Anhänger mehr Platzkapazität. Der Kriegsbeginn sorgt für erhebliche Einschnitte. Mit der Mobilmachung muss die EVAG 15 Busse und Busanhänger an die Wehrmacht abgeben. Dies führt zu drastischen Fahrplaneinschränkungen, der Reiseverkehr erliegt fast gänzlich. Der Personal- und Treibstoffmangel wird immer schlimmer – Fahrtausfälle häufen sich. 1942/43 werden Linien eingestellt. Ab 1944 testen die Verkehrsbetriebe Klär- und Leuchtgas für den Antrieb und rüsten Dieselmotoren zum Ottomotor um. Im Frühjahr 1945 versucht man, den Berufsverkehr noch aufrechtzuerhalten.


