Städtische Künstlerwerkstätten wie in Erfurt sucht man deutschlandweit wohl vergebens
Der Grundstein wurde vor gut 130 Jahren gelegt. Zwischen 1894 und 1896 wurde auf dem Gelände des heutigen Heilios Klinikums ein Garnisonslazarett gebaut. Flachbau, massiver Backstein. Lange hatte dort das Militär das Sagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sogar mal das Finanzamt darin untergebracht. Nun haben hier regionale, nationale und internationale Künstler ein neues Domizil gefunden. Der Bundesgartenschau 2021 sei Dank. „Denn ohne dieses Mammutprojekt wäre das wohl nichts geworden,“ vermutet Mandy Rasch, seit 2020 die Leiterin der Erfurter
Künstlerwerkstätten.
Im Oktober 2023 wurden die Werkstätten am neuen Standort unter großer öffentlicher Beachtung eröffnet. Bis dahin hatten die Künstler ihre Ideen weniger komfortabel umsetzen müssen. In der Lowetscher Straße 42c, ziemlich versteckt, in alten Garagen. Die waren in den 70er-Jahren im Zuge des Neubauprogramms im Norden von Erfurter Baubetrieben errichtet worden. Als das riesige Bauprojekt durch war, standen sie leer, wurden unter anderen als Lager für Kunst des ehemaligen
Kultur- und Freizeitzentrums (KuFz) am Moskauer Platz genutzt. Und das Büro für architekturbezogene Kunst, damals in Diensten des KuFz, zog ein. Wendezeit, plötzlich wurden die Karten neu gemischt. Die Kulturdirektion hatte die Idee, hier in den versteckten Gebäuden der Künstlerwerkstätten Ateliers für großformatige Kunst einzurichten. Die Erfurter Kunstszene erkannte die Chance. Helmut Senf, Rolf
Lindner, Uta und Horst Feiler, Uta Stade, Hans-Joachim Härtel – alles klangvolle Namen – wurden zu Geburtshelfern. In die Werkstätten wurden nun auch Goldschmiede integriert, die bereits 1984 ein dann stets wiederkehrendes Schmucksymposium in der Stadt ins







