Wenn am 5. Juni das Deutsche Kinder Medien Festival Goldener Spatz in Erfurt beginnt, dann hat sich die Fachjury der Auswahlkommission von ihrer gewissenhaften Sichtung erholt, die Augenringe sind verschwunden, die schlaflosen Nächte vorüber. Denn schon im Januar haben die Filmfachleute die Vorschläge für die Wettbewerbsbeiträge angeschaut und bewertet.

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„175 Filme waren es dieses Jahr“, berichtet Nicola Jones, die nun im dritten Jahr das Festival leitet. 2017 trat sie die Nachfolge von Margret Albers an. Wie man es schafft, jedem Film die gleiche Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen? Nicola Jones lacht: „Nur mit ganz viel Kaffee“. Dazu gehört auch, Beiträge, die einen emotional mehr als andere ansprechen, genauso analytisch zu bewerten wie andere, schwierigere Themen, die sich vielleicht nicht auf den ersten Blick erschließen.

31 Filme hat die Fachjury aus den vielen Vorschlägen ausgewählt. Die Kriterien sind streng: Authentizität und Originalität spielen eine wichtige Rolle. Doch wer am Ende einen GOLDENEN SPATZ mit nach Hause nehmen darf, darüber entscheidet allein die Kinderjury. 25 Kinder zwischen 9 und 13 Jahren schauen sich beim Festival gewissenhaft jeden einzelnen Film an und bewerten ihn. In den fünf Wettbewerbskategorien Kino/TV wird die beliebte Trophäe vergeben, zudem wird der/die beste/r Moderator*in oder Schauspieler*in ausgezeichnet und auch ein Digitales Angebot, bewertet von der 5-köpfigen Kinderjury Digital erhält einen GOLDENEN SPATZ.

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Nicola Jones mit dem GOLDENEN SPATZ und Nina Eichinger (links). Sie übernimmt auch dieses Jahr wieder die Moderation der Preisverleihung.

Sogar die Laudationen werden am Ende von den Jurymitgliedern selbst geschrieben und vorgetragen. Erstaunlich, was Kinder alles können, wenn man sie nur lässt… Fast alle kommen von weither. „Wir erhalten nicht nur aus Deutschland Bewerbungen, sondern auch aus Österreich. Luxemburg, Belgien oder der Schweiz“, erzählt Nicola Jones. Jede Bewerbung wird genau gesichtet.

751 Kinder haben sich in diesem Jahr beworben, mit Fragebogen und selbst geschriebener Filmkritik. „Die Filmkritik ist für uns sehr wichtig, hier sehen wir, wie gut die Kinder Filme beurteilen können. Denn es geht nicht nur darum, einen Film toll zu finden, sondern auch zu erklären, warum er so gut ist“, erklärt Nicola Jones. „Welcher Film rezensiert wird, ist dabei gar nicht so wichtig. Der absolute Favorit war in diesem Jahr „Der Grinch“, erzählt die Festivalleiterin. Aber auch Klassiker wie „Der kleine Lord“ oder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wurden gern von den Kindern besprochen.

Das Besondere: „Die Kinder sind ganz ohne Eltern bei uns, egal, ob sie aus Halle, München oder Salzburg kommen. Betreuer kümmern sich eine Woche lang rund um die Uhr um sie. Untergebracht sind sie in Hotels. Es ist schön, ihnen dabei zuzusehen, wie sie über sich selbst hinauswachsen.“, so Jones. Denn Kinder können eine ganze Menge, genau wie der Spatz, der laut, frech und fröhlich ist.  Der kleine Vogel ist deshalb seit inzwischen 40 Jahren das Symbol des Deutschen Kinder Medien Festivals, das 1979 in Gera seinen Anfang nahm.

Schon damals wurde dem Kinderfilm eine besondere Bedeutung zugemessen. Das Festival war von Rostock bis Suhl, Magdeburg bis Bitterfeld sehr beliebt. Das ist es noch jetzt, nur, dass es heute  wichtiger denn je ist, Kindern und ihren Eltern eine Orientierung im Mediendschungel zu bieten und so hat der GOLDENE SPATZ auch in diesem Jahr wieder einen medienpädagogischen Fokus.

Highlights im Festival

Das Festival startet am 2. Juni in Gera, am 5. Juni wechselt es nach Erfurt. Viele tolle Filme sind zu sehen, z. B. die Festivalpremiere von „TKKG“, am Mittwoch, den 5. Juni um 17.30 Uhr, zu der auch Tim-Darsteller Ilyes Moutaoukkil und Regisseur Robert Thalheim erwartet werden.

Der kleine Rabe Socke - Suche nach dem verlorenen Schatz3-Achtung Copyright-© Akkord Film & Thienemann‐Esslinger nach Annet Rudolph Nele Moost
Der kleine Rabe Socke läuft in der Vorpremiere im Festival

Auch „Der kleine Rabe Socke – Suche nach dem verlorenen Schatz“ läuft als Vorpremiere im Festival und zwar am 5. Juni um 14 Uhr in Erfurt.

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Invisible Sue – noch ahnt sie nicht, dass ihr Großes bevorsteht.

Ebenfalls ein Highlight ist die Deutschlandpremiere von „Invisible Sue – Plötzlich unsichtbar“ – ein Film über eine 12-Jährige, die vor der Realität in ihre Lieblingscomics flüchtet und zu gern selbst eine Superheldin wäre, was dann wirklich passiert, als sie in Kontakt mit einer geheimnisvollen Flüssigkeit kommt… Der Film läuft am 6. Juni um 14 Uhr im CineStar Erfurt.

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Auch ein Muss: TKKG, läuft am 5. Juni 17:30 Uhr im Cinestar Erfurt

Mit der Straßenbahn direkt zum Kino

Insgesamt sind 43 Beiträge zu sehen, 31 davon laufen im Wettbewerb. Für wahre Filmfans lohnt sich das Spatz-Dauerticket mit der Garantie auf Filme ohne Ende. Das Ticket gibt es am Gästeempfang während des Festivals im CineStar Erfurt für Kinder und Jugendliche und berechtigt zum Besuch aller Kinoveranstaltungen. Es kostet 7 Euro. Zu einer Veranstaltung darf ein Erwachsener mitgenommen werden. 😉

Für das Spatz-VMT-City-Ticket sind jeweils 3,50 Euro zu zahlen. Und das Beste: Das Ticket berechtigt nicht nur zum Kinobesuch, sondern auch zur Nutzung des Nahverkehrs jeweils 3 Stunden vor bzw. 5 Stunden nach Veranstaltungsbeginn.

Mehr zum GOLDENEN SPATZ und zum Programm gibt es hier .