Allen, die gern unterwegs Kaffee trinken, sei gesagt:  Ihr müsst kein schlechtes Gewissen mehr haben, weil eure Kaffeebecher die Mülleimer verstopfen. Denn auch in Erfurt gibt es jetzt RECUP. Welche Cafés dabei sind und den umweltfreundlichen Coffee-to-go im Mehrwegbecher anbieten, lest ihr hier.

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Olivia (links) und Julia (rechts) mit dem RECUP.

Olivia und Julia, unsere Praktikantinnen haben sich per E-Bike auf Tour gemacht und die Restaurants besucht, die schon jetzt beim Projekt dabei sind.

 

Campus-Cafe Hilgenfeld

Das Studentencafé befindet sich wie der Name bereits verrät mitten auf dem Unicampus neben der Bibliothek. Es ist sehr schlicht, einfach gehalten und bietet viel Platz. Mareen Herder, Filialleitung, erzählte uns, dass der RECUP im November dort Einzug gehalten hat und von den Besuchern sehr gut angenommen wird. Rund 80 Prozent der Gäste greifen lieber zum RECUP anstatt zum alternativen Biopappbecher, verriet sie uns.

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Campus Hilgenfeld: sehr beliebt bei den Studenten.

Bezahlen muss man den auch, doch wiederverwenden kann man den Pappbecher eben nicht.  Das Publikum im Campus Hilgenfeld ist bunt gemischt. Vorrangig besuchen zwar Studenten das Café, doch auch Mitarbeiter der Helios Klinik oder der Bibliothek sind dort oft zu Gast, erzählte uns Mareen.

 

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Olivia testet den RECUP-Becher: Daumen hoch für Kaffee und Service.

Den Kaffee im RECUP haben wir dann auch gleich mal getestet und können sagen: Daumen hoch für Kaffee und Service. Mit unserem eigenen RECUP bewaffnet, machten wir uns auf zu unserem nächsten Ziel: dem Café Hilgenfeld am Domplatz. Ja, es gibt zwei davon.

Café Hilgenfeld

Das Café Hilgenfeld befindet sich direkt gegenüber vom Erfurter Dom und liegt damit sehr zentral. Mit gerade mal sieben Tischen ist das Café Hilgenfeld zwar deutlich kleiner als das Campus Hilgenfeld, strahlt aber durch die hölzerne Inneneinrichtung und die blaue Tapete mit goldenen Elementen viel Wärme und Gemütlichkeit aus.

Im Café selbst herrschte eine sehr familiäre Atmosphäre. Gerald, der im Café angestellt ist, servierte den Gästen nicht nur ihren Kaffee, sondern plauderte auch mit dem ein oder anderen angeregt. Auch wir kamen etwas ins Gespräch und er erzählte uns, dass das Publikum gut gemischt ist und die Leute für ihren Coffee-to-go gerne zum RECUP greifen.

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Gerald hinter der Theke im Café Hilgenfeld am Domplatz.

 

Aus was besteht der RECUP?

Dort kam auch die Frage auf, aus welchem Material der RECUP eigentlich ist. Der Boden des Bechers beantwortete uns diese Frage:  aus Polypropylen! Aber warum sollte man Kunststoff als Material verwenden, wenn man doch umweltfreundlicher sein will? Die Antwort ist, dass Polypropylen nachhaltiger als Pappe ist. Es ist langlebig, bruchsicher und überlebt viele Spülgänge. Im Vergleich zum alternativen Material lässt sich der Kunststoff zu 100 Prozent recyceln. Und ganz wichtig: Der RECUP-Becher ist geschmacksneutral.

restlos – bistro

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Klein aber fein! Im restlos-bistro gibt es auch ein paar Sitzgelegenheiten.

Das restlos-bistro liegt nur ein paar Gehminuten vom Café Hilgenfeld entfernt in der Marktstraße. Doch woher kommt der Name? Christiane, eine Mitarbeiterin des Bistros, erklärte es uns: „Wir versuchen alles soweit wie möglich verpackungsfrei zu erwerben und an den Kunden zu verkaufen. Außerdem wollen wir so wenig wie möglich Müll produzieren oder Essen verschwenden.“

 

Aus diesem Grund hat das restlos-bistro auch eine Kooperation mit der Initiative „foodsharing“ und setzt sich so für einen Wegwerfstop ein. „Das Besondere ist, dass selbst die Behälter in denen wir unser Essen verkaufen essbar und damit zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind. Das Gerücht, dass man sein Geschirr selbst mitbringen muss, ist also unbegründet“, lachte sie.

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Essbares Geschirr aus Kartoffel-oder Getreidestärke im restlos-bistro.

Wöchentlich werden drei vegane oder vegetarische Gerichte gekocht. In der Regel zwei Suppen und ein One-Pot-Gericht. „Wir achten darauf, dass alles biologisch, regional und saisonal ist“, erklärte sie. Der RECUP kommt hier übrigens vor allem für die Suppen zum Einsatz, Kaffee wird im restlos-bistro weniger getrunken.

Für alle Sparfüchse lohnt sich auch hier das Mitbringen eines eigenes Gefäßes oder natürlich des RECUPS. Für Suppen gibt es dann 30 Cent und für Heißgetränke 20 Cent Rabatt.

Speicher

Unser viertes Ziel sollte der Speicher in der Waagegasse sein. Der urige Laden ist Bar, Kunstraum und Veranstaltungsort zugleich. Häufig treten dort Künstler der Kategorie Jazz, Soul und Funk auf. Nicht nur etwas für die Ohren, sondern auch für die Augen gibt es in der oberen Etage des Speichers. Dort befindet sich eine Kunstaustellung, zu der man freien Eintritt hat.

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Der Eingang zum Speicher.

Auch im Sommer herrscht im Speicher buntes Treiben, denn der mit Liebe gestaltete Biergarten lockt viele Erfurter an. Der ganze Laden lädt zum Verweilen ein und strahlt eine sehr herzliche Atmosphäre aus. Auch wir blieben etwas länger und kamen mit Mandy, einer Mitarbeiterin des Speichers, ins Gespräch.

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Im Inneren versprüht der Laden eine warme und herzliche Atmosphäre.

Der RECUP ist auch hier zu finden, doch wirklich angenommen wird dieser leider kaum. „Die Leute setzen sich lieber und trinken ihr Getränk meist direkt bei uns, anstatt sich einen Kaffee mit auf den Weg zu nehmen“, erklärte uns Mandy. Bei dem Angebot im Speicher ist das auch irgendwie verständlich. Doch auch hier kann man seit Dezember seinen RECUP erwerben, wieder abgeben und ausspülen lassen.

Coffee Fellows

Seit Dezember 2017 gibt es den RECUP im Coffee Fellows im Hauptbahnhof und der geht dort richtig gut. Das verrieten uns Lilith und Anna, die beiden Mitarbeiterinnen. Denn seitdem konnten über 200 RECUPS verkauft werden. Der Laden selbst wirbt viel für den Becher.

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Die beiden RECUPS gut präsentiert im Coffee Fellows im Bahnhof.

Überall sieht man große Plakate und Ausstellungsmodelle des RECUPS. „So richtig anbieten müssen wir den Becher gar nicht, die meisten Kunden fragen von selbst danach und greifen dann sehr gerne zu“, erzählten uns die beiden. Aber auch das Mitbringen eines eigenen Bechers lohnt sich hier, denn dann gibt es einen Preisnachlass von 25 Cent auf das gewünschte Getränk.

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Werbetafeln weisen auf das RECUP-System hin.

 

Unsere Becher, die wir im Campus Hilgenfeld erworben haben, haben wir im Coffee Fellows wieder gegen frische Becher eingetauscht. Der RECUP wird aus hygienischen Gründen professionell gespült, bevor er wieder an den Kunden herausgegeben wird. Aus diesen Gründen wurden auch unsere RECUPS nicht nur kurz abgewaschen, sondern direkt gegen neue ausgetauscht.

Puschkin

Auch das Puschkin schwimmt auf der RECUP-Welle. Leider ist dort aber noch bis Ende März Winterpause, sodass ihr euch erst ab April euren persönlichen RECUP dort holen könnt.

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Das Puschkin von außen.

 

Zum Abschluss können wir nur sagen: Seid schlau, smart und spart mit dem RECUP! Wo ihr den bekommt, wisst ihr ab jetzt!

 

Text und Fotos: Olivia Endlich und Julia Bellstädt