Küchenabfälle sind wohl die ekligsten Abfälle in den eigenen vier Wänden.  Sie machen aber die Hälfte des Abfalls im Haushalt aus. Eklig sind die Abfälle, weil sie vergammeln. Das erzeugt für die Nase unangenehme Gerüche. Faulgase. Die sind sehr gut brennbar.  Mit dem Biogas (kling besser) kann man Motoren antreiben, die Strom produzieren und der Rest wird kompostiert.

Hier ist das Dilemma: Ich will ja Abfall trennen, aber…

Plastiktüten und Bioabfälle vertragen sich leider einfach nicht. Klar ist es praktisch, den alten Kartoffelsalat in die Plastiktüte verschwinden zu lassen. Plastik stört nun mal die Verwertung der Abfälle. Viel zu häufig landen daher viele Essens- und Kochabfälle in der Restmülltonne oder der Bioabfall in der Plastiktüte im Bioabfall. Hygieneaspekte und der „Ekelfaktor“ machen die Biotonne zu einem hochemotionalen Thema.

„Klimafreundliches Biogas und umweltfreundliche Komposte erhalten wir nur, wenn Bioabfälle auch in der Biotonne landen. Richtiges Trennen bedeutet, dass Plastiktüten oder Glas nicht länger in der Biotonne, sondern in der Gelben Tonne und im Altglascontainer landen.“ betont NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der NABU und die Supermarktkette REWE starteten deshalb gemeinsam die „Aktion Biotonne Deutschland“. Ziel der Aktion ist es, die Menschen für den Wertstoff Kompost zu sensibilisieren. Wie können Küchenabfälle besser verwertet werden und wie hilft richtige Mülltrennung der Umwelt?

Da das Leben bereits kompliziert genug ist. Sollen zum Beispiel kleine Videofilme  im Internet mit praktischen Alltagstricks, sogenannten Life Hacks, machen deshalb unser Leben leichter. Sie sind genau das richtige, um zu zeigen, wie wir unsere kompostierbaren Küchenabfälle am einfachsten in die Biotonne bekommen.

BiOTONi die geruchsarme Lösung für den Bioabfall von REWE

Die bundesweite Kampagne wird unterstützt von Bundesumweltministerium und vor Ort von der  Landeshauptstadt Erfurt und den Stadtwerken.

Erfurt macht mit

Erfurt ist im Vergleich schon ganz vorbildlich, aber da geht noch mehr. Die Landeshauptstadt führte als eine der ersten Großstädte in Deutschland flächendeckend 1998 die Biotonne ein. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 11.000 t Bioabfälle gesammelt. Diese werden in der Verwertungsanlage der Stadtwerke Erfurt zu Strom für bis zu 1.000 Erfurter Haushalte und Kompost für die Thüringer Landwirtschaft verwandelt.

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Marco Schmidt, Geschäftsführer SWE Stadtwirtschaft GmbH und Kathrin Hoyer, Beigeordnete Umwelt, Kultur und Sport beim Start der Kampagne

Dennoch besteht Handlungsbedarf. „Wir möchten“, so Kathrin Hoyer, Beigeordnete Umwelt, Kultur und Sport, „unsere Bürger dahingehend aufklären, dass auch in Erfurt noch zu viele Bioabfälle im Hausmüllbehälter landen. So hat die letzte Hausmüllanalyse ergeben, dass immer noch über 30 Prozent an kompostierbaren Abfällen in der Hausmülltonne zu finden sind. Das sind im Jahr rund 46 kg je Erfurter Bürger. Es könnte daher fast das Doppelte an Bioabfällen mit der Biotonne gesammelt werden.“

Des Weiteren befinden sich immer noch zu viele Plastikabfälle in der Biotonne. Sie erschweren nicht nur die Vergärung des biologischen Abfalls, sondern können auch die Vermarktung des Komposts verhindern, der aus den Bioabfällen hergestellt wird. Werden die Qualitätsanforderungen nicht erreicht, darf der Kompost nicht als Dünger auf den Feldern eingesetzt werden. Um die Störstoffe zu entfernen, ist ein hoher Sortieraufwand erforderlich, der zusätzliche Kosten verursacht.

Bioabfallverwertungsanlage
Sogenannte Störstoffe im Bioabfall

Die Landeshauptstadt Erfurt möchte zusammen mit den großen Wohnungsverwaltungen der Stadt auf die richtige Benutzung der Biotonne mit Plakaten und kleinen Broschüren im Rahmen der Aktion „Aktion Biotonne Deutschland – Bioabfallsammeln leicht gemacht“ hinweisen. Es soll veranschaulicht werden, was in die Biotonne gehört und was nicht. Auch soll erläutert werden, warum eine getrennte Sammlung von Bioabfällen Umwelt und Klima schützen.

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Aktionsflyer

Um einen Anreiz zur Nutzung der Biotonnen zu geben, verteilt die Landeshauptstadt Erfurt einmalig kostenlos „Biotüten“ an Erfurter Haushalte, die über eine Biotonne verfügen und zwar 10 Stück pro Haushalt. Die Tüten sollen helfen, Speiseabfälle in der Küche zu sammeln und problemlos zur Biotonne zu transportieren. Die Tüten sind aus Altpapier hergestellt, fassen rund 5 Liter und sind aufgrund der Einbindung von Harz besonders feuchtigkeitsresistent, sie sind aber dennoch kompostierbar und biologisch abbaubar.

Die Erfurter Bürgerinnen und Bürger erhalten die Tüten ab Ende November bei ihrer teilnehmenden Wohnungsverwaltung sowie im Umweltladen in der Magdeburger Allee 34 und im Umwelt- und Naturschutzamt in der Stauffenbergallee 18.

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Weitere Informationen zur „Aktion Biotonne Deutschland“ und zur richtigen Biomülltrennung gibt es unter www.aktion-biotonne.de. Die Aktion wird unterstützt vom Bundesumweltministerium, den Landesumweltministerien, dem NABU, den Abfallverbänden, der Handelskette REWE sowie Städten, Gemeinden und Landkreisen in ganz Deutschland. Zusammengefasst wirbt die  Aktion für mehr organische Küchenabfälle und weniger Plastik in der Biotonne.

Was gehört alles in die Biotonne?

  • Schalen und Kerne von Gemüse, Obst und Nüssen
  • Eierschalen
  • Teebeutel, Teereste sowie Kaffeesatz und Kaffeefilter
  • Altes Brot und Brötchen, Kuchen und Gebäck
  • Gartenabfälle von Beeten und Büschen sowie Blumenerde und kleine Mengen an Heu und Stroh, Laub, Reisig und Rasenschnitt
  • Käsereste (unbehandelt, natur)
  • Alle rohen und gekochten Essensabfälle sowie verdorbene Lebensmittel ohne Verpackung
  • Reste von Milchprodukten wie Joghurt oder Quark
  • Fischgräten und Fleischreste

Was gehört nicht in die Biotonne?

Zum Beispiel

  • Plastiktüten und -verpackungen
  • Glas, Metall, behandeltes Holz
  • Windeln
  • Staubsaugerbeutel
  • Katzenstreu
  • Asche
  • Leder, Textilien
  • Exkremente von Tieren

Generell gilt: Der beste Müll ist derjenige, der gar nicht erst entsteht. Wer Lebensmittelabfälle reduziert, leistet einen großen Beitrag für die Umwelt.