7000 haben den Aufruf der EVAG auf Facebook gesehen. Viele wollten dabei sein. Nur zwei konnten es werden. Jetzt ist die Qual der Wahl beendet. Piet und Emilia werben ab Ende Juli auf Plakaten für den Tag der offenen Tür der EVAG. Am 23. September kann man von 10 bis 16 Uhr hinter die Kulissen des Betriebshofes am Urbicher Kreuz schauen. Wir waren beim Fotoshooting am Urbicher Kreuz dabei und haben mal hinter die Kulissen geschaut.

Als wir zur Tür reinkommen, sind wir erstaunt. Jede Menge gute Bekannte tummeln sich im provisorischen Fotoatelier. Eigentlich machen die Fahrschüler hier sonst Theorie. Heute wird alles umgeräumt. Stühle und Tische müssen weg.

Von den beiden Hauptdarstellern noch keine Spur. Dafür bewundert Dietmar Schmidt, Abteilungsleiter Fahrdienst der EVAG, das Modell eine Tw Combino „Advanced“. Sie sieht haargenau wie die Bahnen der EVAG aus, rot und weiß. Nur ein bisschen kleiner. „Ist Maßstab 1:22,5“, hilft mir Benjamin Keiner auf die Sprünge. Er hat sie selbst gebaut, natürlich so exakt wie möglich. Der 32-Jährige frönt in seiner Freizeit dem Modellbahnbau.

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Benjamin Keiner mit seinem detailgetreuen Nachbau einer Erfurter Straßenbahn.

Benjamin arbeitet sonst in der Straßenbahnwerkstatt. Für das Fotoshooting hat er eine seiner schönsten Bahnen rausgerückt. Na, wenn das mal gut geht. Und auch Jörg Harder ist da. Der Fahrlehrer der EVAG hat das Modell eines Ikarus-Busses im Maßstab 1:43 beigesteuert. Das Vorbild fuhr in den 1980er-Jahren durch Erfurt mit der Nummer 261. Natürlich auch selbst gebaut. Sehr sorgfältig arrangieren die beiden ihre Lieblinge auf dem Tisch. Viel Zeit und vor allem jede Menge Geduld haben sie in ihre Modelle gesteckt. Heute sind sie neben den beiden Kindern die Hauptakteure vor der Kamera.

Währenddessen packt Barbara Neumann ihr Equipment aus: Kamera, Objektive in allen möglichen Größen, externes Blitzlicht, Höckerchen. „Höckerchen?“, frage ich. Die Fotografin lächelt verschmitzt. „Warten Sie es ab“, meint sie. Und tatsächlich ist der kleine Hocker ein ganz wichtiges Utensil. Schließlich müssen die Kinder auch zu sehen sein, wenn sie mit der Bahn spielen. Die kriegen große Augen, als sie die kleine Straßenbahn sehen und sind gleich Feuer und Flamme. „Sowas hab ich ja noch nie gesehen. Sieht genauso aus wie die Bahn, mit der ich hergefahren bin“, sagt Emilia (5). Sie ist mit ihrer Mutter Juliane gekommen.

Schnell werden die Zöpfe noch mal neu geflochten und los geht es. Barbara Neumann hat ein Händchen für die Kinder. Ganz  ungezwungen posieren sie vor der Kamera, wechseln ihre Outfits. Und Piet (6) lässt sich sogar eine Schiebermütze über die Locken stülpen. Die ist zwar viel zu groooß, aber mit einer grooooßen Büroklammer am Hinterkopf passt sie wie angegossen. Tja, die Barbara hat halt so ihre Tricks.

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So ganz überzeugt ist Piet von der Schiebermütze noch nicht.

Wenn nur das Lächeln nicht so schwierig wäre…. Kurzerhand wird Piet mal schnell unterm Tisch am Bein gekrabbelt und kann sich vor Lachen kaum noch halten. Und wenn Emilia mal nicht so lächelt wie sie soll, weiß ihre Mama Rat. „Wie macht der Räuber?“, fragt sie dann. Und die Kleine fängt sofort an zu strahlen.

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Die große Magnettafel an der Wand hat es den beiden angetan. Hier üben die Fahrschüler normalerweise die Straßenverkehrsregeln, erklärt Jörg Harder.

Ein knappes Stündchen und die Bilder sind im Kasten. Und auch die beiden Modellbauer atmen auf. Alle Modelle sind noch intakt.

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Immerzu lächeln ist ganz schön anstrengend.

Welche Fotos auf die Plakate und die großen Poster kommen? Das wissen wir auch nicht. Lasst euch überraschen. Ab 31. Juli sind sie überall im Stadtgebiet zu sehen.