8:00 Uhr. Unterrichtsbeginn. In Badehose und Bikini lauschen die Jungs und Mädels der Klasse 8e der Kooperativen Gesamtschule am Schwemmbach ihrem Physiklehrer. In Badehose???? Klar, sie sitzen ja nicht im Klassenzimmer, sondern haben sich im Schwimmbad getroffen: konkret in der Roland Matthes Schwimmhalle.

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Ralph Hepp erklärt die Versuche.

„Heute steht der Auftrieb im Wasser auf dem Programm. Und wo kann man das besser lernen als in der Schwimmhalle“, erklärt mir Ralph Hepp. Der Fachlehrer für Mathematik und Physik setzt auf ganzheitliche Unterrichtsangebote und ist realistisch. „Physik gehört meist nicht zu den Lieblingsfächern. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen und die Schüler neugierig machen“, sagt er. Ralph Hepp weiß, wovon er spricht. Er verfügt nicht nur über jahrzehntelange Unterrichtserfahrung, er lehrt auch am Staatlichen Studienseminar in Erfurt.

Dort werden angehende Lehrer aufs Unterrichten vorbereitet. Ralph Hepp setzt dort wie auch hier bei den Schülern auf praxisnahen Unterricht. „Es bleibt einfach mehr hängen, wenn man das Wissen mit Erlebnissen kombiniert, die die Schüler so schnell nicht vergessen“, sagt er.  Das weiß er aus Erfahrung. Und schon geht’s los. Die Liste der durchzuführenden Experimente ist beachtlich, was keinem auffällt. Denn die Achtklässler stürzen sich gleich ins Geschehen: also direkt ins Wasser. Endlich mal was anderes als immer nur im Klassenzimmer zu sitzen.

Im Attraktionsbecken der Roland Matthes Schwimmhalle legen sie los. Ganz konzentriert arbeiten sie in Dreier- und Viererteams ein Experiment nach dem anderen ab. Isabell, Manja, Anna-Sophie und Malin beginnen mit einem schweren Eimer.

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Wie viele Flaschen sind nötig, um den Eimer aufsteigen zu lassen? Die Mädels grübeln.

Sie füllen einen Plastikeimer mit schweren Gewichten und stellen ihn auf den Boden des Beckens. Am Henkel befestigen sie ein Kunststoffnetz. Ihr Lehrer reicht ihnen mehrere leere 1,5-Liter-Wasserflaschen aus Plastik. „Na, was denkt ihr? Wie viele müsst ihr ins Netz stecken, damit der Eimer nach oben kommt?“ Die Mädchen grübeln und sind am Ende verblüfft: Zwei Flaschen genügen schon, um den schweren Eimer nach oben steigen zu lassen.

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Punkt für Punkt werden die Experimente abgehakt.

Währenddessen „kämpfen“ Malte, Felix, Til und Tom gerade mit einem Federkraftmesser. Daran haben sie einen schweren Gegenstand gehängt, den sie Stück für Stück ins Wasser tauchen. An dem Messgerät lesen sie ab, wie groß die Gewichtskraft ist, die aktuell wirkt, je nachdem wie tief der Körper im Wasser hängt. „Vorsicht, den Federkraftmesser nicht ins Wasser tauchen“, ruft Til. Die Jungs sind voll dabei und die Schnellsten von allen.

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Die Jungs sind echte Profis und am schnellsten mit den Tests durch.

Sie haben auch versucht, einen Luftballon unter Wasser aufzublasen und getestet, wie der Auftrieb bei Gegenständen unterschiedlicher Form ist. In Windeseile haben sie alle Experimente durchgeführt und stürzen sich jetzt ins Vergnügen. Tauchen, planschen, schwimmen – das haben sie sich nach der Mühe verdient. Ralph Hepp ist begeistert. Sein Vorhaben ist geglückt. Alles hat gut geklappt. Er hat die Experimente selbst vorher zu Hause in der Badewanne ausprobiert. „Aber im Schwimmbad ist es natürlich ein ganz anderes Erlebnis“, freut er sich und bedankt sich bei der SWE Bäder GmbH, insbesondere bei Cornelia Sirch, für die hervorragende Unterstützung.

Und tatsächlich. Anders als beim Frontalunterricht schalten die Schüler nicht sofort ab, wenn das Klingelzeichen ertönt. Sogar in der Umkleide reden sie noch über die Experimente und freuen sich, dass sie eine coole Unterrichtsstunde hatten. Eins ist klar. Mit Ralph Hepp als Lehrer wird es nicht langweilig.