Es wird gepflanzt, gegossen und geerntet. Im egapark bewirtschaften Erfurter Kinder ihren eigenen Garten. Theresa, Praktikantin in der Unternehmenskommunikation, hat die kleinen Gärtner beim Erntedankfest besucht und sich das Projekt genauer angeschaut.

Viele Grundschüler und Kindergartenkinder tummeln sich vor dem Mainzpavillion im egapark. Denn das Erntedankfest will sich keiner der fleißigen Gärtner entgehen lassen. Schließlich wurde seit April kräftig gegossen. Lange haben sich die Kinder auf die leckeren Kartoffeln, Zucchini, Tomaten und Äpfel gefreut. „Auslöser für unsere Idee war eine Schulgartenausstellung, die im vergangenen Jahr bei uns im egapark zu Gast war“, sagt Annett Glase, Referentin für Schulkommunikation bei den Stadtwerken Erfurt, während sie Schokolade erwärmt. Denn heute wird es für die emsigen Gärtner noch selbst geerntete Äpfel mit Schokoladenglasur geben. „Nach der Ausstellung haben wir uns gedacht, es wäre doch schön, wenn wir selbst etwas zum Thema Schulgarten anbieten könnten“, fährt sie fort.

„Bevor es mit dem Projekt losging, haben wir zunächst eine Befragung an Thüringer Schulen durchgeführt. Wir haben die Schulen gefragt, ob sie Interesse haben, ihren Schulgartenunterricht bei uns im egapark zu machen und selbst Beete anzulegen“, erzählt sie und freut sich, dass mittlerweile sechs verschiedene Einrichtungen das Angebot nutzen, darunter zwei Kindergärten, zwei Grundschulen und eine Gesamtschule.

Elf Hochbeete hat der egapark-Schulgarten. „Wir haben gemeinsam mit den Kindern überlegt, was wir anpflanzen wollen“, erfahre ich von Annett Glase weiter. Den ganzen Sommer lang wurden die Beete von den Mädchen und Jungen gehegt und gepflegt. „Mit dem Erntedankfest wollen wir mit den Kindern den Kreislauf schließen und das Gartenjahr gemeinsam beenden. Zum Erntedankfest haben wir dann das schönste Beet gewählt“, sagt sie. „Gewonnen hat der Kindergarten aus Hochheim mit seinem Blumenbeet“, wirft Antje Eberhardt, Mitarbeiterin im Grünen Klassenzimmer des egaparks, ein.

Sie erklärt mir, warum es so wichtig ist, den Erfurter Kindern im egapark eine Möglichkeit zum Gärtnern zu geben. „Im Schulgarten lernen die Kinder, dass unser Essen aus dem Garten kommt und nicht im Supermarktregal wächst. Ich finde es wichtig, dass die Mädchen und Jungen was mit ihren Händen machen und auch mal in der Erde buddeln“, sagt sie. „Wir haben extra einen Umkleideraum für die Kinder eingerichtet und stellen eine kleine Bibliothek und einen Geräteschuppen zur Verfügung“, erzählt mir Antje Eberhardt, während sie den Kindern beim Kartoffelraspeln hilft. Denn aus den selbst geernteten Knollen werden heute noch leckere Kartoffelpuffer.

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Aus den selbst geernteten Knollen werden leckere Kartoffelpuffer.

Geerntet wurde das Gemüse, das zuvor im Töpfchen auf der Fensterbank gezüchtet und im April gepflanzt wurde, zum Teil im Sommer, aber auch zum Erntedankfest. Neben Kartoffeln, Tomaten und Zucchini haben die kleinen Gärtner auch Erdbeeren angepflanzt, verrät mir der vierjährige Jacob, der gerade damit beschäftigt ist, die Äpfel für die Schokoladenfrüchte zu schneiden.

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Gemeinsam schneiden die Kinder die Äpfel für die Schokoladenfrüchte.

Text: Theresa Brehm; Fotos: Yvonne Fischer