Angeschrieben, beworben, angenommen. Ich war ziemlich überrascht, wie schnell mir die Stadtwerke Erfurt antworteten.  Ich suchte ein Schüler-Praktikum, am liebsten in der Unternehmenskommunikation. Lange bevor die Woche startete, malte ich mir aus, was mich erwarten würde. Wie werden die Leute sein? Wird es so interessant, wie ich es mir vorstelle? Im Voraus gesagt: Ich wurde nicht enttäuscht! Aber der Reihe nach.

Montag früh aufstehen. So wie immer, 6 Uhr. Heute nahm ich einen Bus eher, da ich nun mal nicht wusste, wo genau ich hin sollte. Straße war bekannt und auch wie ich dort hinkomme. Aber dort… Mit der Bahn an den Stadtwerken Erfurt angekommen, wanderte ich erst einmal durch den großen Komplex. Ich hatte mir nicht vorgestellt, dass es so groß war. Zimmer A313. Darunter kann man sich natürlich wenig vorstellen. Ich war etwas aufgeregt, als ich den Weg nach oben in die 3. Etage antrat. Zimmer A311. Zimmer A312. Zimmer A313. Ich stand davor. 20 Minuten zu früh. „Naja“, dachte ich mir „vielleicht macht es keinen guten Eindruck.“ Ich klopfte und trat ein. Vor mir stand eine sympathisch wirkende Dame – Anke. Sie nahm mich in Empfang, wir setzten uns und redeten erst einmal. Wer bin ich, Wer ist sie, Was passiert hier. „Wir drücken dich unserer Praktikantin Sabrina aufs Auge.“ Wenig später kam Sabrina. Eine junge Studentin, die hier ihr Praktikum für Berufserfahrung sammelte. Sie nahm mich die Woche über „an die Hand“.

Erste Aufgabe, die mich täglich erwartete: der Pressespiegel. Alle Zeitungsartikel, die mit den Stadtwerken zu tun hatten, mussten kopiert, ausgeschnitten und aufgeklebt werden, sodass sie an die Geschäftsführung geschickt werden konnten. Als Übersicht halt. Montag war es sehr viel, da die Zeitungen vom Freitag, Samstag und Montag durchforstet werden mussten. Nach kurzer Einweisung ging es dann doch recht gut.

Als wir fertig waren, schaute ich Sabrina über die Schulter. Sie kümmerte sich um Social-Media-Angelegenheiten, also Facebook und Instagram. Auf der Facebook-Seite des Tierheims war echt viel zu tun. Fotos einstellen, Fragen und Kommentare beantworten. So ging es bis zur Mittagspause. Danach ging es ins Tierheim. Damit hatte ich nicht gerechnet. Rauf auf die E-Bikes und ab zum Tierheim „Andreasried“. Wir sollten Fotos von den Neuankömmlingen schießen. Heute waren Katzen an der Reihe. Manche waren sehr verspielt wie z.B. Frieda, bei der wir die meiste Zeit verbrachten. Manche waren eher weniger zutraulich z. B. Inge. Fotos fertig. Ab zurück. Als wir in die Salinenstraße einbogen, hörte ich einen Schrei. Sabrina! Ein Hund bellte sie durch ein Tor von der Seite an. Sie unter Schock, da sie fast vom Rad gefallen wäre und ich lautstark lachend dahinter. 🙂 Es war zu lustig. Zurück bei den SWE war es dann schon Zeit zu gehen. Ein ereignisreicher Tag ging vorbei.

Während ich Dienstag Zeitungen kopierte, hatte ich mich schon seelisch und moralisch auf Schneiden und Kleben vorbereitet. Aber es kam anders: Ich sollte mit zu einer Marketing-Besprechung. Besprochen wurde alles Mögliche, was mit dem Unternehmen zu tun hatte. Auch wenn es sich zog, war des dennoch ziemlich interessant für mich. Ich durfte sogar auf einem Ipad die neue SWE Wissenswelt testen. Das ist eine App für Schüler, die gerade von der Schulkommunikation entwickelt wird. Alle waren froh, dass ich da war. Scheinbar passe ich total in die Zielgruppe. 🙂 Zwei, drei Ideen hatte ich noch, aber sonst fand ich die App echt cool.

Danach ging es mit Sabrina wieder ins Tierheim. Diesmal fuhren wir mit dem Auto, da es ein gutes Stück weg lag. Heute war unser Ziel das SWE Tierheim für Hunde am Lutherstein.  Hunde???! Ich hab…. sagen wir Respekt vor Hunden, deshalb blieb ich lieber in sicherer Entfernung außerhalb des Geheges. Sabrina stellte sich dem Labrador Benny. „Ein Glück, dass ich nicht drin bin“, dachte ich mir, als ich sah, wie sie von dem 10 Monate alten Hund angesprungen wurde. Er war zuvor in einem Wasserbecken und Sabrina dementsprechend ziemlich nass. Mir blitzte ein Lächeln über die Lippen ;-). Wieder ein cooler Tag. Schon jetzt hatte es sich gelohnt, hierher zu kommen.

Mein persönliches Highlight war der Besuch des egaparks. Ich durfte einen Vormittag lang mit Sabrina eine Klasse durch die interaktive Ausstellung „Welterberegion Hainich“ begleiten. Wir machten Fotos, drehten Videos und hörten zu, um Eindrücke mitzunehmen. Anschließend ging es zurück ins Büro. Ich durfte einen Blog-Beitrag über den Vormittag und seine Geschehnisse verfassen. Sowas in diese Richtung war schon länger mein Ziel. Deshalb war ich entsprechend froh, dass ich die Chance bekam. Ich tippte drauflos. Nachdem er durchgelesen wurde, sollte ich ihn nochmal ändern. Kein großes Problem, weil ich ja hier war, um zu lernen und nicht um nur rumzusitzen. Ich beachtete die Hinweise und setzte sie um. Schließlich wurde der Beitrag auf der SWE Blogseite veröffentlicht. Schon ein gutes Gefühl, dass man sieht, was man geschafft hat. Spaß hat es auch gemacht.

Fotos hab ich auch geschossen, als ich mit Sabrina im Stöberhaus war, um für Facebook ein paar Schnappschüsse von den Gegenständen zu machen. Ein paar Fotos hier, ein paar da und ein Video war auch dabei.  Interessant, was sich dort so alles findet: alte Bilder, Möbel, Tassen, sogar eine goldene Kanne.

Fazit:  Diese Woche war eine sehr schöne und vor allem lehrreiche. Die Menschen, die ich kennenlernen durfte und mit denen ich gearbeitet habe, waren sehr cool. Durch die gesamte Woche war es eine sehr lockere und freundliche Stimmung. Ein Praktikum ist dazu da, um zu gucken, ob dieser Job was für einen wäre. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich etwas in diese Richtung machen werde. Das Umfeld und die Arbeit sagen mir zu und ich hatte die Woche viel Spaß und Möglichkeiten. Z.B. konnte ich diese Blog-Beiträge schreiben. Leider war es nur eine Woche, da ich gerne noch länger geblieben wäre.

Vielleicht sieht man sich mal wieder! 🙂

 

Text und Fotos: Benjamin Schuchardt