8. Juni

Ab Mittwoch stand die Bepflanzung eines Beetes vor dem Cafe an. Diese beschäftigte uns fast zwei volle Tage, da wir nur zu zweit waren und ein aufwendigeres Muster zu pflanzen war.

9. Juni

Donnerstag standen wir also noch voll im Beet. Kurz vor Feierabend erspähte ich in einem der Überwinterungsgewächshäuser ein durchaus großes Exemplar eines Elefantenfußes. Bei uns ist er eine beliebte Zimmerpflanze. Es braucht viele Jahrzehnte, um so groß zu werden.

Donnerstag, 9.06.2016
Riesig: der Elefantenfuß,  bei uns eine beliebte kleine Zimmerpflanze.

Den ganzen Tag war ich schon mega aufgeregt. Heute Abend sollte meine Frau ankommen, um mit mir das ganze Wochenende zu verbringen. Ganze 700 km für einen Kurzurlaub! Wir haben uns extra dafür eine Pension gemietet. Als sie dann gegen 20 Uhr ankam, war ich überglücklich. Es war ein tolles Gefühl. Ich war ,,stolz wie Hanne“. Abends stand auch noch ein Konzert im Garten an. Es spielte Zoe und Namika. Nicht mein Geschmack, aber meiner Frau hat es gefallen.  🙂

Die erste Nacht konnten wir beide nicht schlafen.

10. Juni

Total übermüdet ging es am Freitag wieder an die Arbeit. Ein kurzer Blick ging auf den Wetterbericht. Sonnenschein! 28°C! Und ich soll arbeiten, während meine Frau da ist… Na vielleicht lässt sich da ja was machen, dachte ich mir. Ich ging zu Werner, unserem Vorarbeiter, und schilderte mein Begehren. Um 10.30 Uhr war Schluss mit der Arbeit. Es hatte also geklappt.

Das ganze restliche Wochenende war Regen angesagt. Einen Gipfel zu erklimmen stand aber auch auf dem Programm und den Garten wollte ich ihr natürlich auch zeigen. Ob das alles zeitlich klappt?

Bergbesteigung und Gartenbesichtigung musste also heute noch geschehen. So machten wir uns auch schon auf, um die Mutspitze mit ihren 2294 Metern zu erklimmen. Über 1000 Höhenmeter mussten wir überwinden: und das auf einer Gradwanderung. Nach 2,5 Stunden war das Gipfelkreuz erreicht. Ein epischer Moment für uns. Ein ganz großes Lob an der Stelle an meine Frau Carola, welche trotz enormer Höhenangst ihr Bestes gab. Es war ihr erstes Gipfelkreuz … und der Name des Berges damit mehr als passend.

Die Aussicht war atemberaubend. Die Bilder sprechen für sich, auch wenn von oben alles noch ganz anders wirkte.

Auf dem Rückweg aßen wir in einer Berghütte. Es war echt lecker. Nun zurück in die Pension und ab in den Garten. Es war ein Genuss. Vor allem der Liebesgarten war zu zweit sehr schön. Diesen hatte ich mir extra aufgespart. Nach dem Sonnenuntergang und einem Glas Weißwein ging es zurück in die Pension.

11. Juni

Samstag ging es dann in die Meraner Therme, ideal bei dem schlechten Wetter. Am Nachmittag klarte es auf und wir machten noch einen kleinen Stadtbummel.

Abends aßen wir italienisch (leider nicht bei dem, der die beste Pizza der Welt macht. Der hatte ab dem 7. Juni Urlaub 🙁 )

12. Juni

Am Sonntag wurde erst einmal ausgiebig gefrühstückt. Danach ging es nochmal kurz nach Meran. Als das Wetter schlagartig immer besser wurde (obwohl es regnen sollte), machten wir uns nochmal auf ins Dorf Tirol zum gleichnamigen Schloss. Es war ein Traum.

Nach dem herrlichen Mittagessen stand dann leider auch schon wieder der Abschied vor der Tür. Er fiel uns beiden sehr schwer.

Der restliche Tag war dann für mich gelaufen.

13. Juni

Montag ging es ans Roden eines sehr großen Hangbeetes. Violen, Mohn und Kaiserkronen waren verblüht und mussten gegen die Sommerbepflanzung ausgetauscht werden. Das dauerte den ganzen Tag und war schon ein ,,schmutziges Geschäft“.

14. Juni

Am Dienstag stand die Bepflanzung des bereits gerodeten Artischockenbeetes an. Über 5000 Pflanzen. Wir waren zum Glück zu sechst.

Es regnete jetzt jeden Abend. 27 Liter Wasser pro Quadratmeter im Durchschnitt. Der Boden konnte fast nichts mehr aufnehmen. Ich wusste aber schon in etwa, was anstand.

15. Juni

Am Mittwoch war der Beginn der Bepflanzung des großen, am Montag bereits gerodeten Beetes. Die Pflanzen wurden in Containern, sogenannten CC`s, von Werner angeliefert. Es hörte nicht mehr auf. 29 CC´s – etwa 8000 bis 9000 Pflanzen, bestehend aus Gräsern, Studentenblumen, Salbei und verschiedenen Farbvariationen des Wandelröschens müssen bis Freitag in die Erde. Das ganze am Hang und auf triefnassem Boden. Aber von nichts kommt nichts. Wir waren zu fünft und ein wahrer Publikumsmagnet. Viele Thüringer waren wieder vertreten. Die auffällige Arbeitskleidung, an der das ,,egapark- Logo“ blitzte, tat ihr Übriges. 🙂

Nach der Arbeit wird jetzt fleißig für den Flurförderschein gelernt, der nächste Woche beim sich direkt anschließenden Lehrgang gemacht wird.

Ich freue mich schon sehr auf die Heimat und meine Frau!

16. Juni

Heute feiert der Garten 15-jähriges Bestehen. Wir waren heut wieder mit sieben Leuten am Pflanzensetzen und haben es trotzdem nicht geschafft, den Hang zu vollenden. Hoffentlich wird es morgen was. Es ist eine sehr anstrengende und monotone Arbeit…

 

Text und Fotos: Bastian Michelsson