Jazz ist am 13. März zum Abschluss der Erfurter Kinderbuchtage angesagt. Die Well Blech Bigband der Musikschule Erfurt lässt ab 15 Uhr Schurken und Helden musikalisch lebendig werden. Die sind nämlich das Motto der Kinderbuchparty im Atrium der Stadtwerke Erfurt.

Jeden Donnerstag geht es in der Turniergasse zur Sache. Dann treffen sich die Musiker der Wellblech Bigband im Keller der Musikschule zur Probe. Hier können sich Erfurts Nachwuchs-Jazzer profilieren. Denn anders als Gitarristen oder Schlagzeuger haben Blechbläser es in der Regel schwer, eine Band zu finden, in der sie sich ausprobieren können. Umso wichtiger ist die Arbeit, die Robert Fränzel und Olaf Niehl leisten. Seit 2012 leiten die beiden Profimusiker das Ensemble, deren Mitglieder sich seitdem auf wundersame Weise vermehrt haben. 24 Musiker treffen sich einmal pro Woche und gehen die Stücke durch: Saxofonisten, Trompeter, Posaunisten, Pianisten, Gitarristen und Schlagzeuger. All das, was sie bereits mit ihrem Lehrer im Einzelunterricht geübt haben, können sie hier im Zusammenspiel anwenden und perfektionieren.

Auch Robert Fränzel, der mit der Band „Keimzeit“ ausgedehnt auf Tournee war, im WDR Rockpalast spielte und eine wichtige Größe bei der Nerly-Bigband ist, hat seine ersten musikalischen Schritte in der Erfurter Musikschule gemacht: damals noch auf der Blockflöte. Und irgendwie weiß er genau, wie er die jungen Musiker anfassen muss, um sie zu motivieren: Bestimmt, aber kameradschaftlich führt er sie durch die Arrangements, fordert hier ein bisschen mehr Biss, dort mehr Gefühl.

Aktuell probt die Bigband für die Schurkenparty der Erfurter Kinderbuchtage. Klar, dass hier auch Klassiker der Swing-Ära zu Gehör gebracht werden. „Das passt wunderbar zu Helden und Schurken“, sagt Trompeter Olaf Niehl.

Aber auch beim Krämerbrückenfest ist die Well Blech Bigband ein gern gesehener musikalischer Gast. Vor vier Wochen erst haben sie gemeinsam mit der Nerly Bigband gespielt. Das alles wäre ohne die Unterstützung durch den Förderverein der Musikschule nicht möglich. Und auch die Eltern der Jungmusiker spielen eine wichtige Rolle. „Sie fahren ihre Kinder nicht nur zu den Auftrittsorten, sondern oft auch die Instrumente der ganzen Bigband. Das grenzt oft an eine logistische Meisterleistung“, sagt Herbert Wagner, Fachbereichsleiter der Erfurter Musikschule, der gern auch mal die Bass-Gitarre übernimmt, wenn der Platz mal frei bleibt.

Die Bigband selbst ist eine eingeschworene Truppe. Dass der jüngste Musiker 10 und der älteste 53 ist, spielt dabei keine Rolle. Sie verbindet die Liebe zur Musik, speziell zum Jazz. Einmal im Jahr geht es ins Probenlager. Ein ganzes Wochenende lang wird gemeinsam musiziert: Finale ist ein großes Abschlusskonzert. Aber auch Sport und Wanderungen sind angesagt. Denn manchmal muss man sich bei aller Liebe zur Musik auch mal frische Luft um die Ohren pusten lassen. Das funktioniert sehr gut und die Bandmitglieder haben viel Spaß miteinander.

Sie wollen mal reinhören? Kein Problem: Wir waren bei der Probe dabei:

Interessierte junge Musiker sind zu den Proben gern gesehen: Jeden Donnerstag, 17 bis 18.30 Uhr im Keller der Musikschule in der Turniergasse 18. Mehr Informationen zur Well Blech Bigband gibt es hier.

Karten zur Schurkenparty gibt es in der Buchhandlung Peterknecht. Fotos: Karina Heßland