10 Jahre lang war Sina Peschke das Zugpferd bei LandesWelle. Ihre Morgenshow war legendär, ihr frisches Lachen unverkennbar. Aber was macht sie jetzt eigentlich? Das haben wir uns auch gefragt und sie angerufen.

Sie talken jetzt aus Sachsen-Anhalt, haben wir gehört?

Ja, Radio SAW ist meine neue Heimat. Unter 101.4 sind wir übrigens auch in Thüringen zu hören. Jeden zweiten Sonntag bin ich von 9 bis 11 Uhr auf Sendung. „Leute am Sonntag – Sina Peschke trifft“ heißt die Show.

Was ist das Besondere daran?

Ich tue das, was ich früher schon in Thüringen unheimlich gern gemacht habe. Aber durch die Morgensendung ist es irgendwann einfach zu kurz gekommen: Ich interviewe Prominente, plaudere ganz locker mit Musikern, Sportlern und Schauspielern. Das ist unglaublich spannend.

Das glaube ich. Wie bringt man die Leute zum Reden?

Am Anfang steht die Recherche. Man kann nicht total blauäugig in ein Gespräch gehen, sondern muss sich gut vorbereiten. Das kostet viel Zeit, aber am Ende zahlt es sich aus. Mit den klassischen Standardfragen kommt man nicht weit. Da wird das Interview schnell austauschbar und geht vor den Baum. Jeder tickt anders und darauf muss man sich einstellen. Dazu gehört auch, echtes Interesse zu entwickeln. Wenn man es schafft, eine persönliche Ebene aufzubauen, dann entstehen manchmal Situationen, die man selbst nicht erwartet hat. Da kommt etwas in Gang, das ist faszinierend. Klar muss man erst mal miteinander warm werden, es begegnen sich ja zwei ganz fremde Menschen. Mit Andrea Sawatzki ist es natürlich ganz anders als mit Wolfgang Niedecken. Der eine ist etwas dramatischer unterwegs, der andere im Vergleich dazu eher zurückhaltend. Und Komiker sind nicht zwangsläufig dauerlustig. Das können durchaus sehr ernsthafte Menschen sein. Schließlich ist eine gute Pointe kein Zufall, sondern harte Arbeit. Das habe ich spätestens im Interview mit Oliver Welke gelernt.

Welcher Promi kommt in Ihre Sendung?

Das entscheiden wir gemeinsam mit dem Sender. Wichtig ist uns, den Nerv der Hörer zu treffen. Nicht jeder kommt zu ins Studio, manchmal fahren wir auch hin. Zum Beispiel zu Thomas Rühmann nach Leipzig. Wir waren direkt am Set der Arzt-Serie „In aller Freundschaft“ und haben uns mit ihm in einer Drehpause in die Kulissen gesetzt. Um uns herum wuselte das Drehteam herum und aus dem Chefarzt Dr. Roland Heilmann wurde – nur für uns – der Mensch und Schauspieler Thomas Rühmann. Ein sehr charmanter Mann mit vielen Talenten. Er führt ein kleines Theater, hat eine Band.

Was sagen Ihre Kinder, dass Sie Thüringen den Rücken gewandt haben?

So ist es ja nicht, ich bin nach wie vor Thüringerin mit Herz und Seele. Aber ich habe jetzt mehr Zeit als früher, vor allem für meine beiden Söhne. Ich glaube, das finden die Jungs manchmal auch ganz gut – alle drei. Und ausschlafen ist auch gar nicht so schlecht. Das genieße ich, sogar das Pausenbrot zu machen. Das ging früher nicht. Da war ich schon um 5 im Sender. Jetzt arbeite ich viel von Weimar aus, habe ein kleines Studio zu Hause. Da kann ich viel vorbereiten. Nebenbei bleibt mir viel Zeit für andere Projekte als freie Moderatorin. Das eröffnet mir viele Möglichkeiten, denn ich liebe es, Menschen zu treffen, die etwas zu erzählen haben.

Und die Erfurter Kinderbuchtage?

Die sind natürlich ein Muss. Den Schmökerhits bleibe ich treu, egal was passiert. Es ist einfach großartig, wie Herr Peterknecht es immer wieder schafft, die Kinder zum Lesen zu bringen. Und erst die Schmökerhits. Wahnsinn, was sich die Kinder alles einfallen lassen, um den Zuschauern ihre Bücher nahezubringen. Ich bin immer wieder begeistert, wie sie es schaffen, alle in ihren Bann zu ziehen und die Figuren ihrer Bücher so plastisch zu schildern, dass man sie fast vor sich sehen kann. Und mal ehrlich. Auch ich bin Mutter. Und ein Buch zu Weihnachten oder zum Geburtstag ist für mich ein Muss. Die Jungs sind 11 und 14 und ich schau schon ganz genau, welche Bücher Peter Peterknecht ins Spiel bringt. Da landet immer wieder eins auf dem Geburtstagstisch.

Wen haben Sie denn demnächst auf Sendung?

Am 6. März ist der Schauspieler Matthias Schweighöfer bei mir zu Gast. Und auch auf Mirja Boes freue ich mich schon. Sie kommt am 20. März. (Sie ist zurzeit mit ihrem neuen Programm „Das Leben ist kein Ponyschlecken“ unterwegs.)